4.1 Lichtmikroskopische Dünnschliffe
Die Dünnschliffe, die am Lichtmikroskop untersucht worden sind, lagen bereits bei Beginn der Arbeit als solche vor. Sie wurden von Fr. Wienen im Labor des geologischen Institutes hergestellt. Es handelt sich hierbei um Schliffe mit einer Dicke von 25 mm.
4.2 Zirkonpräparate
Als Ausgangsmaterial für
die Untersuchungen der Zirkontypologie lagen Schwermineralkonzentrate des Fachbereiches
Geowissenschaften an der Universität Bremen vor. Dort sind die Proben auf
herkömmliche Art und Weise aufbereitet worden:
Nach der Vorzerkleinerung am Backenbrecher wurde eine weitere Zerkleinerung
an der Walzenmühle vorgenommen. Anschließend wurden die Proben mit
technischer Salzsäure (HCl 32%-ig) versetzt, um die Zirkone zerstörungsfrei
von den Phyllosilikaten (Biotit u.a.) zu befreien.
Danach wurde eine Schweretrennung mit Bromoform (Tribromethan CHBr3, Dichte
2,87-2,89 g/cm³) und anschließend mit Methyleniodid vorgenommen.
Abschließend wurde eine ferromagnetische Trennung vorgenommen, die dann
die vorliegenden Schwermineralkonzentrate lieferte.
Unter dem Binokular wurden dann per Hand an 17 Proben jeweils etwa 250 Zirkonkörner
gepickt, von denen je eine Hälfte für weitere Untersuchungen am Rasterelektronenmikroskop
(REM) sowie am Lichtmikroskop vorgesehen war.
4.2.1 Rasterelektronenmikroskopische Proben
Von den gepickten Körnern
wurde eine Hälfte zur Zirkon-Typisierung am REM benutzt. Hierbei wurden
je Probe ein Objektträger mit einer dünnen, leitenden Klebefolie belegt,
auf die dann ca. 125 Körner gepickt wurden. Anschließend wurden die
Probenträger im Trockenschrank 24 Stunden bei 42°C getrocknet.
Vor der Goldbeschichtung wurden die Proben mit einer dünnen Kohlenstoffschicht
benetzt, um die Ableitung der Elektronen im Strahlengang des REM´s zu
optimieren.
4.2.2 Durchlichtmikroskopische Streupräparate
Die andere Hälfte der gepickten Körner wurde für die zirkontypologische Untersuchung am Durchlichtmikroskop in Form von Streupräparaten benötigt. Hierzu wurden die verbliebenen Körner auf handelsüblichen Dünnschliff-Objektträgern in das Einbettungsmittel Mountex eingebettet. Mountex besitzt einen Brechungsindex von 1,67 und eignet sich daher für eine Untersuchung der Zirkone bezüglich ihres Zonarbaus und eventueller Einschlüsse.
4.3 Geochemie
Insgesamt zwanzig Proben
wurden einer geochemischen Untersuchung der Gesamtgesteinschemie unterzogen.
Hierbei wurden im Labor für Geochemie und Umweltanalytik von Herrn Prof.
Dr. Plüger an den entsprechenden Proben die Gehalte der Haupt- und Spurenelemente
röntgenfluoreszenzanalytisch gemessen.
Bei der RFA (Röntgenfluoreszenzanalyse) werden die Atome der Probe durch
Bestrahlung mit Röntgenstrahlung hoher Leistung zur Aussendung ihrer charakteristischen
Röntgenstrahlung angeregt. Durch Auswertung der Wellenlängen der ausgesandten
Strahlung kann die qualitative Elementzusammensetzung der Probe ermittelt werden.
Aus der Intensität dieser Fluoreszenzstrahlung ergeben sich die quantitativen
Elementgehalte, da die Anzahl der Fluoreszenzphotonen proportional zur Konzentration
des Elements in der Probe ist. Die RFA wurde mit einem X-Ray-Spectrometersystem
PW 1.400 der Firma PHILIPS durchgeführt, wobei als primäre Strahlungsquelle
eine Rh-Röhre verwendet worden ist.
Die Präparate wurden im Gesteinslabor des geologischen Institutes für
die Analysen vorbereitet. Hierfür wurde, wenn soviel vorhanden, etwa 1.000
- 1.500 g des frischen, unverwitterten Gesteins mit dem Backenbrecher vorzerkleinert
und danach mit dem Hammer auf eine Korngröße von etwa 5 mm gebrochen.
Von diesem Material wurden ca. 60 g je Probe für die weitere Aufbereitung
und die Analysen separiert.
Diese Proben wurden in einer Achatmühle analysenfein gemahlen und 24 Stunden
bei 110°C getrocknet. Um den für die Interpretation nötigen Glühverlust
(LOI = Lost of ignition) zu ermitteln, wurden 2,0 g des Trockenmaterials bei
1000°C geglüht. Zur Ermittlung der Hauptelement-Gehalte schließlich
wurden 0,5 g des Probenmaterials im Verhältnis 1:10 mit Spekromelt, einem
Flußmittel (2/3 Li-tetraborat Li2B4O7 + 1/3 Li-Borat LiBO2) gemischt und
in einem Ofen bei 1150°C zu Tabletten verarbeitet. Die Aufbereitung der
Proben zur Bestimmung der Spurenelemente erfolgte, indem 8 g des Materials mit
dem Fixiermittel Elvasit der Firma MERCK bei 20 Tonnen Auflast zu Pulverpresslingen
verarbeitet wurden.
Nachfolgend die Nachweisgrenzen der RFA. Die Wertetabellen finden sich im Anhang
(Tab.
9-1 und 9-2).
Tab. 4-1: Nachweisgrenzen der RFA (Röntgenfluoreszenzanalyse)
für die Hauptelemente:
| Element: | SiO2 | TiO2 | Al2O3 | Fe2O3 | MnO | MgO | CaO |
| Lower limit (LL) | 0,10 % | 0,01 % | 0,10 % | 0,01 % | 0,01 % | 0,10 % | 0,01 % |
| Upper limit (UL) | 99,0 % | 5,00 % | 65,0 % | 98,0 % | 65,0 % | 50,0 % | 80,0 % |
| Element: | Na2O | K2O | P2O5 | Cr2O3 | V2O5 | SO3 | |
| Lower limit (LL) | 0,20 % | 0,01 % | 0,02 % | 0,00 % | 0,00 % | 0,20 % | |
| Upper limit (UL) | 15,0 % | 20,0 % | 25,0 % | 3,50 % | 1,00 % | 20,0 % |
Tab.
4-2: Nachweisgrenzen der RFA (Röntgenfluoreszenzanalyse) für die
Spurenelemente:
| Element: | Pb | Ba | Nb | Zr | Y | Sr |
| Lower limit (LL) | 10 ppm | 20 ppm | 10 ppm | 10 ppm | 10 ppm | 10 ppm |
| Upper limit (UL) | 1000 ppm | 1000 ppm | 1000 ppm | 1000 ppm | 1000 ppm | 1000 ppm |
| Element: | Rb | Ba | Zn | Cu | Ni | Co |
| Lower limit (LL) | 10 ppm | 10 ppm | 10 ppm | 10 ppm | 10 ppm | 10 ppm |
| Upper limit (UL) | 1000 ppm | 1000 ppm | 1000 ppm | 1000 ppm | 1000 ppm | 1000 ppm |
Methodisch ist bei der RFA Fe2+ und Fe3+ nicht zu unterscheiden. Das bei der RFA angegebene Fe2O3 wird nach der Gleichung von JENSEN (1976) in die FeO-Form umgerechnet:
FeO = (Fe2O3 [total] - TiO2 - 1,5) x 0,8998
Außerdem mussten die
Chrom- und Vanadium-Werte von Prozent in ppm umgerechnet werden, um mit den
üblichen Softwareprogrammen interpretierbar zu sein.
Die Diskriminierungsdiagramme wurden mit dem DOS-Programm NewPet erstellt.