Glossar geologischer Fachbegriffe

MurawskiAuf dieser Seite sind einige der wichtigsten Fachbegriffe rund um die Geologie zusammen getragen. Natürlich kann dieses Fachglossar nicht vollständig sein, daher beschränke ich mich auf die ganz grundlegenden Begrifflichkeiten. Vor allem ist dies jene Fachtermini, die den Studenten mit Nebenfach Geologie (Bauingenieurwesen, Abfallentsorgung, Mineralogen, Bergbau, Geographie usw.) vermittelt werden.

Wer sich mehr mit geologischen Facbegriffen beschäftigen will oder muss, dem sei an dieser Stelle zumindest eine Literaturquelle empfohlen, in der man Näheres nachschlagen kann: Murawski: "Geologisches Wörterbuch", erschienen im dtv-Verlag. Preis: 16,50 €. ISBN 3423030380.

Mit der unten stehenden Suchmaschine kann man auch gezielt nach bestimmten Begriffen suchen und prüfen, ob entsprechende Informationen erhältlich sind:

Sollte etwas unklar bleiben, dann bitte ich um entsprechenden Kontakt in einer E-Mail.

A

Amphibole
Gruppe chemisch komplizierter gesteinsbildender Minerale, die OH-Gruppen enthalten (Bändersilikate), allgemeine Formel A2B5[(OH,F)|Si4O11]2
A: Ca, Na, K; B: Mg, Fe, Al
Beispiel: Hornblende
 
Armklappe
Gehäusehälfte bei Brachiopden in der das Armgerüst befestigt ist. Das Armgerüst trägt zwei meist spiral gerollte Arme (Lophophoren) mit denen Wasser und Nahrungsstoffe durch das Gehäuse gewirbelt wird.
 

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B

Bindemittel
chemische oder mineralische Stoffe, die die Körner und Komponenten bei klastischen Sedimentgesteinen verkitten (kalkiges B.: CaCO3, kieseliges B.: SiO2, ferritisches B.: FeO(OH), Tonminerale)
 
Brachiopoda
Stamm sessiler mariner Organismen mit meist kalkigem, zweiklappigen Gehäuse. Besonders im Paläozoikum weit verbreitet.
 
Breccie
verfestigtes klastisches Sedimentgestein mit kantigen Bruchstücken. Das Gefüge heißt breccös. Beispiel: Tuffbreccie

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C

Cephalopoden
K o p f f ü ß e r, Klasse der Molluska (Weichtiere); marin lebende aktive Schwimmer, Weichkörper mit Augen, Trichter und Armen.
 
Coccolithen
Kalkige Hartteile mariner pflanzlicher Einzeller, der Coccolithophoriden
 
Coenosteum
Crinoiden
S e e l i l i e n, marine sessile (am Boden festgewachsener) Organismen, Stamm Echinodermata (Stachelhäuter), besonders im Paläozoikum weit verbreitet, auch rezent vorhanden; die isolierten Stielglieder zerfallener Individuen werden als Trochiten bezeichnet.

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D

Diagenese
Prozeß bei dem Lockergesteine bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen in Festgesteine umgewandelt (verfestigt) werden. Dabei können chemische, physikalische und biologische Vorgänge wie z. B. Entwässerung, Kompaktion, Stoffausfällung aus Porenwässern, Rekristallisationen usw. beteiligt sein.

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E

Edukt
Ausgangsgestein eines Metamorphites

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F

Feldspäte
Wichtige Gruppe gesteinsbildender Minerale in magmatischen und metamorphen Gesteinen. Man unterscheidet zwei Gruppen: Kalifeldspäte und Plagioklase.

Kalifeldspäte

Plagioklase

Orthoklas K(AlSi3O8)

Albit Na(AlSi3O8)

Sanidin K(AlSi3O8)

Anorthit Ca(Al2Si2O8)

Feldspatvertreter (Foide)
Gruppe von kieselsäureuntersättigten Gerüstsilikaten (z.B. Leucit, Nephelin) meist basischer Magmatite, welche anstelle von Feldspäten auftreten können und nie zusammen mit Quarz vorkommen.
 
Foraminiferida
seit dem Kambrium bekannte, überwiegend marine Einzeller mit beschaltem ein- oder mehrkammerigen Gehäuse aus unterschiedlichen Schalensubstanzen.
 
Fossilien
V e r s t e i n e r u n g e n, Überreste von Tieren oder Pflanzen oder deren Lebensspuren aus der geologischen Vergangenheit.

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G

Gastropoda
(S c h n e c k e n), Klasse der Molluska; Tiere mit Kopf, Fuß und Mantel auf dem ein meist spiralig gewundenes, kalkiges Gehäuse sitzt.
 
Glimmer
Gruppe von Mineralen in Magmatiten, Metamorphiten und manchen Sedimenten; vollkommene Spaltbarkeit in einer Richung. Gehören der Gruppe der Schichtsilikate an. Beispiel: Muskovit (Hellglimmer), Biotit (Dunkelglimmer).

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H

HCl-Test (Salzsäuretest)
Der HCl-Test dient der raschen Überprüfung von Karbonatgehalten in Gesteinen. Ein Tropfen verdünnter Salzsäure wird auf eine frische Bruchfläche gegeben. Wird Kalzit gelöst, so schäumt die Flüssigkeit durch das bei der Reaktion
CaCO3 + 2 HCl -> CaCl2 + H2O + CO2
freiwerdende Kohlendioxid auf.

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I

idomorph
eigengestaltig; Minerale, die ihre Kristallform ungehindert ausbilden konnten.
 
Inkohlung
Umbildung pflanzlicher Substanz von Torf über die Braun- und Steinkohlen zu Graphit. Unter zunehmenden Druck- und Temperaturbedingungen nimmt der relative Anteil des Kohlenstoffes zu und der Anteil flüchtiger Bestandteile ab (CH4, CO2).
 
isomyar
Bezeichnung für Muscheln mit zwei Schließmuskelabdrücken. Vgl. monomyar.

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J

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K

Kaustobiolith
Bezeichnung für brennbare Gesteine wie Torf, Braunkohle, Steinkohle.
 
Kohle
Kohlenstoffreiche, feste Brennstoffe aus brennbaren Überresten von Pflanzen und anderen organischen Substanzen, die durch Inkohlung in dunkle Sedimentgesteine umgewandelt wurden.
 
Korngrößenklassifikation klastischer Sedimentgesteine

Korngrößendurchmesser

Bezeichnung

Beispiel

< 0,002 mm

Pelite, im weiteren Sinne

Tonstein

0,002 - 0,063 mm

Siltsteine

0,063 - 2 mm

Psammite

Sandstein

> 2 mm

Psephite

Konglomerat, Breccie, Schotter

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L

Lamellibranchiata
M u s c h e l n, seit dem Kambrium bekannte, im Meeres- oder Süßwasser lebende Klasse der Mollusken (Weichtiere). Gehäuse zweiseitig symmetrisch aus zwei Kalkschalen, die durch Schließmuskeln geschlossen werden können. Für die taxonomische Unterteilung der Lamellibranchiata ist besonders der Schloßapparat wichtig.
 
Lava
Gesteinsschmelze (Magma), die an der Erdoberfläche austritt.
 
leukokrat
Bezeichnung für zu einem großen Teil aus hellen Mineralen (z. B. Quarz, Feldspäte, Muskovit) bestehende Magmatite, die daher hell erscheinen. Beispiel: Quarzporphyr, Granit
Die Farbtönung von Magmatiten wird als makroskopisches Hilfsmittel zur Abschätzung des SiO2-Gehaltes verwendet. Bei zunehmender heller Farbtönung von Magmatiten erhöht sich im Normalfall auch ihr SiO2-Gehalt. Ausnahme: Feldspatvertreter (z.B. Leucit, Nephelin) führende Magmatite,
siehe auch melanokrat

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M

Magma
Gesteinsschmelze im oberen Erdmantel und in der Erdkruste, die in erstarrtem Zustand die magmatischen Gesteine bildet.
 
Magmatite
Durch Kristallisation (meist) silikatischer Schmelzen entstandene Gesteine. Eine grobe Unterteilung erfolgt durch den SiO2-Gehalt: Magmatite mit weniger als 52% SiO2 werden als basisch bezeichnet. Sie sind melanokrat. Solche mit mehr als 65% SiO2 werden als sauer bezeichnet. Sie sind größtenteils leukokrat. Dazwischen liegen die intermediären Magmatite.
 
Mantellinie
Innenmerkmal von Muscheln, Naht bis zu der der Weichkörper (Mantel) mit der Schale verwachsen ist. Erkennbar als dünne, geschwungene Linie, die die Schließmuskelabdrücke miteinander verbindet.
sinupalliat: Mantellinie mit Einbuchtung (Sinus) an der hinteren Seite
integripalliat: Mantellinie ohne Sinus
 
melanokrat
Bezeichnung für zu einem großen Teil aus dunklen Mineralen (z. B. Hornblende, Augit, Biotit) bestehende und daher dunkel erscheinende Magmatite wie Basalt, Gabbro, Melaphyr.
Die Farbtönung von Magmatiten wird als makroskopisches Hilfsmittel zur Abschätzung des SiO2-Gehaltes verwendet. Bei zunehmender dunkler Farbtönung von Magmatiten erniedrigt sich im Normalfall auch ihr SiO2-Gehalt.
siehe auch leukokrat
 
Metamorphite
Metamorphite entstehen aus einem Ausgangsgestein, dem Edukt (Sedimentgestein, Magmatit oder Metamorphit), durch zunehmenden Druck und/oder Temperatur. Dabei kommt es im festen Zustand zur Umgestaltung von Mineralgehalt und Gefüge, der Metamorphose.
Je nach Typ des Eduktes unterscheidet man Metamorphite mit sedimentärem Edukt (Parametamorphite) von Metamorphiten mit magmatischem Edukt (Orthometamorphiten)
siehe auch Metamorphosegrad
 
Metamorphosegrad
Druck- und Temperaturbereich, dem ein Gestein ausgesetzt wurde. Als Anhaltspunkte können folgende Temperaturbereiche dienen:

Metamorphosegrad

Temperatur
[°C]

Druck
[kbar]

sehr niedrig (very low)

200-300

variabel, bei Regionalmetamorphose zwischen 3 - > 10

niedrig (low)

300-500

mittel (medium)

500-700

hoch (high)

700-900

Nach steigendem Druck unterscheidet man:
 
Kontaktmetamorphose
Regionalmetamorphose
Versenkungsmetamorphose
 
Mohs-Härte
Nach dem Mineralogen Mohs benannte Skala für die Ritzhärte von Mineralen.

Ritzhärte

Indexmineral

Formel

Bemerkungen

1

Talk

Mg2[(OH2)/Si4O10]

mit Fingernagel ritzbar

2

Gips

CaSO4.2H2O

mit Fingernagel ritzbar

3

Kalzit (Kalkspat)

CaCO3

4

Fluorit (Flußspat)

CaF2

5

Apatit

Ca5[(F,Cl)/(PO4)3]

6

Orthoklas

K(AlSi3O8)

mit dem Messer ritzbar

7

Quarz

SiO2

ritzt Fensterglas

8

Topas

Al2[(F,OH2)/SiO4]

9

Korund

Al2O3

10

Diamant

C


monomyar
Bezeichnung für Muscheln mit nur einem Schließmuskelabdruck. Vgl. isomyar.

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N

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O

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P

Plutonit
T i e f e n g e s t e i n, in der tieferen Erdkruste langsam erstarrtes, meist grobkörniges Gestein, z. B.: Gabbro, Granit, Diorit
 
porphyrisch
Gefügebezeichnung für Vulkanite mit einer feinkörnigen Grundmasse (mit bloßem Auge keine Minerale erkennbar) in der größere Minerale (einige Millimeter, seltener einige Zentimeter groß) verteilt sind.
Beispiele für Vulkanite mit porphyrischem Gefüge sind: Quarzporphyr, Keratophyr, Sanidin-Trachyt, Andesit, Dacit
 
Pterioida
Ordnung von Muscheln, deren gemeinsames Merkmal nur ein Schließmuskelabdruck ist (Monomyaria).
 
Pyroklastite
Sammelbezeichnung für unverfestigte und verfestigte Gesteine jeder Korngröße, die aus von Vulkanen ausgeworfenem klastischen Material bestehen. Das kann zerkleinertes Nebengestein (allothigenes Material) oder erstarrte zerkleinerte Lava (authigenes Material) sein. Z. B.: Tuff, Tuffbreccie, Bims
 
Pyroxene
Gruppe gesteinsbildender Minerale (Kettensilikate), allgemeine Formel
AB(Si2O6)
A:Ca, Li B:Mg, Fe, Al

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Q

Quarz (SiO2)
Sehr häufiges Mineral in Magmatiten, Metamorphiten und (als klastischer Verwitterungsrest oder kryptokristallin) in Sedimenten. Quarz hat keine Spaltbarkeit, sondern einen muscheligen Bruch und einen glasigen Glanz.

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R

Rugosa
Ordnung der Korallen (Anthozoa). Überwiegend solitäre Formen mit charakteristischen Septeneinschaltungsmuster.

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S

Sedimentgesteine
"S c h i c h t g e s t e i n e", man unterscheidet:
klastische Sedimentgesteine (aus Resten mechanisch zerstörter Gesteine), z. B.: Tonstein, Sandstein, Breccie, Konglomerat
biogene (organogene) Sedimentgesteine (aus Tier- oder Pflanzenresten), z. B.: Schillkalkstein, Trochitenkalkstein, Torf, Kreide
chemische Sedimentgesteine (aus Lösung ausgefällt, teilweise unter biogener Mitwirkung oder durch Stoffzufuhr oder -austausch während der Diagenese entstanden), z. B.: Gips, Fasergips, Aragonitsinter, Quellkalk, Roteisenstein
Die Grenzen sind fließend. So zum Beispiel beim. Feuerstein oder Gipsmergel
 
Septen
Septen sind radiale, parallel zur Körperachse wachsende Skelettelemente bei Korallen.
 
Stielklappe
Gehäusehälfte bei Brachiopoden die das Stielloch aufweist.
 
Stielloch
Bei Brachiopoden Durchtrittsstelle für einen fleischigen Fuß, mit dem der Organismus am Boden festgewachsen war.
 

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T

Tabulata
Korallenordnung, Kennzeichen ist die Unterteilung der Polyparröhren durch horizontal verlaufende Böden, der Tabulae.
 
Tabulae
Bezeichnung für die bei der Korallenordnung der Tabulata typischen horizontalen Skelettelemente, die die Polyparröhren unterteilen.

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U

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V

 
vulkanisches Glas
Sehr schnell abgekühlte Schmelze, deren Stoffbestand nicht kristallin, sondern amorph vorliegt. Beispiel: Obsidian, Bims
 
Vulkanit
E r u p t i v g e s t e i n, an der Erdoberfläche relativ schnell erstarrtes Gestein, z. B.: Basalt, Melaphyr, Quarzporphyr, Keratophyr, Sanidin-Trachyt, Dacit, Andesit

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X

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Z

Zeolithe
wasserhaltige Mineralgruppe der Gerüstsilikate.

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