Hamburg - Marathon am 25. April 1999:

Samstag, der 24. April 1999: Top

Im April 1999 fahren mein Freund Til und ich per Zug von Aachen nach Hamburg, um am "Shell-Marathon" teilzunehmen. Für mich ist es nach dem Köln-Marathon 1998 der zweite Lauf über die Strecke, für Til ist es Premiere. In Hamburg, wo wir in einem kleinen Hotel in Bahnhofsnähe untergebracht sind, treffen wir noch Freunde, die uns beim Marathon anfeuern wollen: Luzia aus Tils WG und Wilfried, ein ehemaliger WG-Mitbewohner Tils, mit seiner Freundin.

Das letzte Bier!

Zunächst aber erledigen wir den "offiziellen" Teil eines jeden Marathons: Abholen der Startunterlagen und die obligatorische Pasta-Party.

unsere Freunde, Til (in rot) und ich (Mitte) bei letzten gemütlichen Bier vor dem großemn Lauf.

Gemeinsam schauen wir uns am Nachmittag die Stadt an: wir unternehmen eine Bootsrundfahrt durch den Hamburger Hafen und die "Speicherstadt", spazieren zum Michel. Abends finden wir denn noch eine gemütliche Kneipe, wo wir den Abend ausklingen lassen und dann diszipliniert und nicht zu spät den Weg ins Bett finden.

Sonntag, der 25. April 1999: Top

Früh stehen wir auf und sind auch im Hotel nicht die einzigen, die mit Kleiderbeutel und Laufschuhen zum Frühstück erscheinen. Marathonstimmung macht sich breit. Nur zu blöd, dass wir in zwei verschiedenen Straßen starten: aufgrund der großen Anzahl an Marathonis verteilt sich die Läuferschar auf drei verschiedene Straßen und wird dann alsbald nach dem Start auf eine gemeinsame Strecke zusammen geführt.

Streckenplan

Den Weg zum Start verbringen wir wie viele andere auch in einer völlig überfüllten Straßenbahn - es ist halt Marathontag in Hamburg! Nach Abgabe der Kleiderbeutel bleibt uns noch Zeit für das Aufwärmprogramm, bis wir uns verabschieden und uns in die Startblöcke einreihen. Wir haben einen Treffpunkt vereinbart, wo wir versuchen wollen, uns zu finden. Kurz hinter Zusammenführung der drei Startreihen - keiner sollte also lange auf den anderen warten brauchen.

Die Streckenführung, vorbei an Elbe und Alster. Bitte für größeren Streckenplan klicken!

Der Start! In meinem Fall wird er von Dieter Baumann gegeben. Die Nervosität wandelt sich rasch in Konzentration. Am vereinbarten Treffpunkt steige ich kurz aus dem Rennen und halte nach Til Ausschau. Er ist weit und breit nicht zu finden, wäre ja auch ein Glücksfall gewesen. Nach etwa einer Minute einer letzter Blick, dann gehe ich wieder auf die Strecke. Sorry Til, aber ich möchte auch eine vernünftige Zeit laufen und meine Premierezeit von 4:12 unter die 4-Stunden-Marke drücken.

Das Wetter ist wunderbar und die Zuschauer? Die geben alles und sind an jedem Meter der Strecke präsent. Ich genieße die Atmosphäre und fühle mich zudem recht gut - ich hoffe auf einen schönen Lauf. An der Strecke stehen ja noch die Freunde, bewaffnet mit meinem Fotoapparat und werden uns hoffentlich mehrere Male "erwischen". In 54:30 min. laufe ich die ersten 10 Kilometer und bringe die zweiten 10km sogar zwei Minuten schneller hinter mich. Auch die dritten zehn Kilometer sind noch mit 53:27 im Fahrplan, der ja nicht mehr vorsieht, als "sauber" unter vier Stunden zu bleiben. Ab etwa Kilometer 26 werden die Beine dann allerdings doch merklich schwerer und ich merke, dass nun allmählich der Kampf gegen den inneren Schweinehund beginnt.

Bald darauf wird jeder Kilometer immer schwieriger. Irgendwann nach Kilometer 30 sehe ich auf einmal Wilfried vor mir, mich lauthals

Das Ziel!

anfeuernd. Er meint, es würde gut für mich laufen. Til hingegen, aber das erfahre ich erst später, hat sich das Rennen gemütlich eingeteilt: hier und da ein Interview an der Strecke bei den Freunden, dann wieder gelaufen. Das er erst nach über viereinhalb Stunden im Ziel ist, stört ihn nicht. Auch gut. Für mich allerdings kommt es persönlich auf jede Minute an, die ich herausholen kann. Am Ende wird es nochmal richtig schwer, es geht nochmal leicht bergauf. Das Zieltor zeigt sich erst kurz vor Schluß - Entwarnung! Nach 3:52:30 Stunden habe ich meinen zweiten Marathon in der Tasche und meine Premierezeit aus Köln um ziemlich genau 20 Minuten verbessert. Das nennt man dann wohl Neulingmalus :-)

Endlich ist das Ziel erreicht!

Ich warte am Treffpunkt eine ganze Weile auf Til, hole mir zwischenzeitlich meine Schnellurkunde und fahre dann doch alleine zum Hotel zurück. Und während es Til abends nochmal in die Kneipen zieht, ist für mich der Abend frühzeitig beendet. Ich will nur noch im Bett liegen!

Montag, der 26. April 1999: Top

Naja, jeder, der schon Marathon gelaufen ist weiß ja, wie der Morgen bzw. der Tag danach ist. Man eiert rum, stöhnt bei jeder Bewegung und drückt sich um jede Treppenstufe, die man rauf oder runter muss. Egal, Til und ich haben noch was vor, bevor am Spätnachmittag der Zug heimwärts geht. Nach dem Frühstück geht es zuerst nochmal zum Hafen. Dort hatten wir bereits vor zwei Tagen die "Rickmer Rickmers" bewundert, ....

Auf der Rickmer Rickmers

Der Michel steht auch nochmal auf dem Programm - vorgestern hatten wir keine Gelegenheit mehr, die Aussicht von oben zu genießen. Heute klappts und mit dem Fahrstuhl geht´s dann auch relativ schmerzfrei ;-) Die Sicht von oben ist aufgrund der Wolken etwas dunstig, aber dennoch sehr schön. Von Michel geht es weiter Richtung Rathaus, wobei wir unterwegs an den ältesten Häusern Hamburgs Zwischenstation machen.

Der Michel

Til und ich beim Versuch, locker auszusehen und uns den Muskelkater nicht anmerken zu lassen!

Der Michel, dem wir auch einen Besuch abstatteten.

Am späten Nachmittag geht dann unser Zug heimwärts - ein schönes Wochenende liegt hinter uns!!!

 

 

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