Rhein-Marathon Düsseldorf am 4. Mai 2003:
Neben dem Bericht vom Marathon-Wochenende gibt es an anderer Stelle eine Diashow!
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Samstag,
der 3. Mai
Sonntag,
der 4. Mai
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Der Wetterbericht sagte
nichts gutes voraus für dieses Marathon-Wochenende: Sonne, Sonne, Sonne
bei warmen 25-27°C. Klingt gut, ist aber eine Qual für jeden Marathoni.
Dabei sah am Vortag noch alles so gut aus: milde Temperaturen, wenn auch ziemlich
windig. Man würde sehen...
Am
späten Vormittag fahre ich mit dem Wagen von Hürth nach Mönchengladbach,
lasse das Auto dort stehen und fahre mit der S-Bahn nach Düsseldorf.
Mit Cameron will ich mich dort treffen, bin aber ziemlich früh dran.
So nutze ich die Zeit, um in Düsseldorf per Pedes vom Hauptbahnhof zur
Marathonmesse am Rhein zu schlendern. Die Abholung der Startunterlagen ist
schnell erledigt, ohne großartige Kontrolle bekomme ich meinen schicken
Kleiderbeutel. Ich decke mich mit Auschreibungen ein und mache mich auf zur
Sportmesse, wo viele kleine Zelte wie ein Kirmesmarkt am Rheinufer aneinandergereiht
sind. Ein wenig eng teilweise und sicher ein Riesenflop bei Regen. So aber
okay. Nachdem ich dann auch eine günstige Laufhose ergattert habe, golfe
ich noch ein wenig: auf einem kleinen Platz kann man kostenlos putten und
abschlagen. Werbung für den deutschen Golf! Sicher kein Sport für
mich, aber nun ja, ich hab´ ja Zeit.
Abholung
der Startunterlagen. Alles schön übersichtlich!
Uli
("Cameron") trifft dann auch ein und gemeinsam besichtigen wir die
Strecke. Uli hat für die Skaterstrecke (zurecht) nicht viel lobende Worte
übrig und wir lästern ziemlich. Irgendwie muss man ja seinen Frust
über den beschissenen Wetterbericht loswerden.
die
Marathonmesse. So geht´s auch, aber sicher nur bei trockenem Wetter.
Gemeinsam latschen wir
Richtung Italiener, wo unser Foritreff steigen soll. Dort wartet bereits Claudia
("Iamon") mit
Freundin und wenig später machen wir mutig den Anfang und betreten das
gemütliche Restaurant. So nach und nach trudeln die anderen Foris ein
und die lange Tafel ist schließlich bis auf den letzten Platz besetzt.
Natürlich drehen sich die
Gespräche rund um das morgige Ereignis,
die Erfahrungen, die man bislang sammeln konnte,... Und jeder übt sich
in Bescheidenheit, wenn es um die Zeitziele und Wünsche geht! ;-)
Cameron (re.) und ich beim Fori-Treff.
Als Uli aufbricht, mache
ich mich auch auf den Weg. Mit der S-Bahn geht´s wieder nach Gladbach,
wo ich nur noch meine Sachen für morgen zurecht lege und dann versuche,
soviel Schlaf wie möglich zu bekommen...
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Nach einer recht guten Nacht im Schlafsack stehe ich zeitig auf, frühstücke leicht (Weißbrot, Honig, Saft), krame meine Sachen zusammen und fahre zum Bahnhof. Blöderweise merke ich erst beim einsteigen in den Zug, dass mein Semesterticket noch im Wagen liegt und ich nicht genug Geld für eine Fahrkarte habe. Also wieder ausgestiegen, zum Wagen gerannt, und wieder zum Zug gerannt, der dann vor meiner Nase wegfährt. Also mit der nächsten Bahn - der S-Bahn um 9:24 Uhr. In der Bahn unterhalte ich mich mit einem weiteren Läufer, der an sich Duisburg geplant hatte und nun kurzfristig die Startnummer einer Bekannten übernimmt. Und im Düsseldorfer HAuptbahnhof angekommen bekommen wir sogar noch einen Sitzplatz in der U-Bahn Richtung Start.
Am
Startbereich suche ich leider vergebens die Foris, mit denen ich zum Fototreff
verabredet war. Nicht aufzufinden! Also mache ich mich an meine Startvorbereitungen
- Achseln und Füße schmieren, noch eine Banane gegessen und Schorle
getrunken. DIe Kleiderbeutelabgabe entpuppt sich leider als absoluter Witz:
jeder Läufer darf seinen Beutel auf einen riesigen, unbewachten Haufen
schmeißen, klasse! Erst als ich dann doch noch Uli, Jürgen, Bärbel
und den anderen über den Weg laufe, schmeiße ich meinen Beutel dazu
und mache mich mit den anderen auf zum Start. Separierte Startblöcke gibts
auch nicht, also gehe ich mit meinem schwarzen Punkt auf in den blauen Block,
wo wir aber auch genug Platz finden.
"Tuppie"
kurz nach Startschuss.
Ziemlich pünktlich
fällt der Startschuss um 11 Uhr. Wie immer gestalten sich die ersten paar
hundert Meter stockend, aber zuerst muss ja eh das richtige Tempo gefunden werden.
Allerdings ist mir klar, dass aufgrund der hohen Temperaturen mein geplanter
5:20er-Schnitt ins Wasser fallen muss. Also mit 5:30 min./km versuchen. Bei
Kilometer 2 kommt es dann zu einer echten Premiere für mich: pinkeln beim
Marathon! Gestern haben wir noch über die fehlenden Dixies gewitzelt und
heute ist´s bei mir soweit. Na egal, wir laufen gerade am Rheinufer entlang
und da gibt es genug Bäume, wo man unbeobachtet austreten kann. Und noch
ist das Feld ohnehin so dicht beisammen, dass man sein eigenes Wunschtempo noch
nicht problemlos laufen kann.
Auf den ersten Kilometern versuche ich, jeden Schattenstreifen möglichst
zu nutzen, denn die Sonne scheint schon kraftvoll hernieder. Ohne ernste Probleme
durchkommen wird irgendwann die Devise heißen. Bei jedem km-Schild nehme
ich an meiner Uhr Zwischenzeiten. So habe ich jederzeit eine Zeit- und Tempokontrolle
und kann die Splits später mit meinem letzten Marathon
in Berlin vergleichen. Die ersten 5 Kilometer scheinen aber absolut
okay zu sein, und auch die weiteren km sind im grünen Bereich und zumeist
floter als meine 5:30.
Was mir bereits an frühen Streckenpunkten auffällt ist die unglaubliche Zuschauerresonanz. Es ist Wahnsinn, was an jubelnden und klatschenden Menschenmassen ander Strecke steht. Das mit Berlin und Köln euphorischste Publikum, das ich in Deutschland kenne! An dieser Stelle ein ganz dickes DANKE an alle Zuschauer und Düsseldorfer, die uns mit Jubel, Applaus, aufmunternden Zurufen, witzigen Plakaten ("Ihr riecht wie Sieger") und laufenden Gartenschläuchen erfrischt und motiviert haben, bei der immer erbarmungsloser werdenden Sonne durchzuhalten!!!
Taufrisch wie der junge Morgen fühle ich mich nicht, aber ich kann zumnindest während der ersten Hälfte km-splits von 5:30 oder schneller halten. Allerdings sind die km-Schilder leider nicht exakt an den km-Punkten aufgestellt, sondern nur dort, wo sich Laternen oder dergleichen für eine Befestigung anbieten. Von daher sind die gemesssenen Zeiten auch nur ungefähr. Außerdem vermisse ich Messmatten, die Zwischenzeiten für den Championchip nehmen. Die einzige Matte, die ich zwischen Start und Ziel überlaufe, befindet sich am Halbmarathonpunkt. Die erste Hälfte habe ich nach 1:55:44 Std. hinter mir, was einem km-Durchschnitt von 5:29 entspricht. Also alles im Plan! Aber die Sonne... - die wird unaufhaltsam wärmer.
Bei etwa km 27,5 steht der erste große Brückenanstieg über den Rhein an: die Rheinkniebrücke. Von hier aus können wir auch auf den Zielbereich hinüber schauen, den ich in knapp anderthalb Stunden erreichen werde. An sich ist der Brückenanstieg halb so wild, zumal ich von meinem Training in Aachen ein ewiges auf und ab gewöhnt bin. Nichts ungewöhnliches also. Aber die hohen Temperaturen... Ausgerechnet hier, auf den letzten 15 Kilometern, scheinen die Verpflegungsstellen karger zu werden. Da freut es natürlich besonders, wenn auch die Düsseldorfer mal einen kleinen privaten Wasserstand an der Straße aufmachen. Trotzdem gehen die km-Zeiten langsam aber sicher in den Keller und ich schaffe es kaum mehr, Kilometer im Bereich von 5:40 zu laufen. Doch unter vier Stunden kann ich auf jeden Fall noch bleiben, solange ich nicht total einknicke. Große Gehpausen sind nicht drin, aber wenn der ganz große Einbruch ausbleibt, dann wirds trotz Hitze trotzdem etwas zwischen 3:55 und 3:59 Std.
Ziemlich grauenhaft ist für mich die lange Gerade auf der Lütticher bzw. Oberlöricker Straße um Kilometer 32 und 33. Hier steht die Luft förmlich und ich benötige dringend einen Becher Wasser. Langsam bin ich hier unterwegs. Doch irgendwann sieht man wieder den Düsseldorfer Fernsehturm in der Ferne. Die letzte Streckenetappe bricht für mich heran. Ostwärts geht es wieder Richtung Rhein zurück, wo kurz nach Kilometer 38 die zweite große Rheinbrücke auf uns wartet: die Oberkasseler Brücke. Ein harter Anstieg aber auch eine unglaubliche Stimmung, die die Zuschauer hier schaffen. Durch eine vielleicht ein Meter breite Gasse läuft man über die riesige Rheinbrücke und wird gefeiert wie ein Finisher, der bereits im Ziel ist. Super!!!
Unmittelbar nach der Brücke höre ich ein "Tuppie" von hinten und schon zieht Claudia ("Iamon") an mir vorbei. Bei ihr ist es bislang gut gelaufen, auch wenn bei Ihr ebenfalls die Kraft schwindet. Aber ihr Ziel, unter 4:00 zu laufen, wird sie erreichen. Ich versuche, an Claudia dran zu bleiben, es gelingt mir nicht und so gebe ich den Versuch bald auf. Was solls, jetzt bin ich mir sicher, die Vierstunden-Marke zu unterbieten. Und ob nun in 3:58 oder 3:56, das ist jetzt so sch...egal. Bei etwa Kilometer 40 erreiche ich die berühmte Düsseldorfer Königsallee, die "Kö".In einer letzten Schleife wendet sich die Strecke dann entgültig dem Ziel am Rheinufer zu. Ein wenig beschleunigen kann ich noch, aber so ein kraftvoller Schluss-Sprint wie vor einem halben Jahr in Berlin gelingt mir nicht: meine Kräfte sind aufgebraucht. Nach 3:57:31 Stunden Nettozeit hat der Hitzelauf ein Ende und ich bin im Ziel meines neunten Marathons!
Glücklich, mit der Lauferei aufhören zu können, lasse ich mir die Medaille überreichen und sthene bald vor mehr oder weniger unsortierten Kleiderbeutelmassen, in denen junge Mädels versuchen, einzelne Nummern zu suchen. Eine der Helferinnen schaut auf meine markante Startnummer 1333 und meint stolz "Aja, die habe ich gerade noch irgendwo gesehen!" "Irgendwo" denke ich, richtig, und warte, bis ich meinen Kleiderbeutel habe. Leider ist es dann aber bis zum nächsten Becher Wasser noch ein erhebliches Stück zu gehen, worüber sich andere Läufer, meiner Meinung nach zu Recht, lautstark aufregen. Daneben ist es im Zielbereich sehr eng und hektisch und die wenigen Getränketische zu knapp für die vielen ins Ziel kommenden Läufer. So lösche ich meinen schlimmsten Durst mit einigen Bechern und verziehe mich dann rasch. Eine Soforturkunde gibt es nicht und bis zum Foritreff dauert es noch eine ganze Weile. Also ab nach Gladbach...
Fazit:
die für mich negativsten Punkte dieses Marathons waren die chaotische Kleiderbeutelabgabe
sowie deren Abholung, der viel zu enge und in vielerlei Hinsicht (Verpflegung,
Erste Hilfe, Platz) schlecht organisierte Zielbereich. Auch die
Verpflegung auf der Strecke hätte witterungsbedingt verschärft werden
müssen. Zudem gehören die km-Schilder exakt dorthin, wo die Kilometer
auch enden bzw. beginnen. Und dass man einen Mai-Marathon nicht erst um elf
Uhr startet, sollte klar sein.
Sehr
positiv aufgefallen sind mir neben der unglaublichen Stimmung der Zuschauern
(aber dafür können die Organisatoren nur wenig) vor allem die qualitativ
guten Kleiderbeutel sowie das schöne Design der Medaille und im Internet
downloadbaren
Soforturkunden.
Sehr schick! Auch die Streckenführung war gut gewählt und kurzweilig.
Also: ich denke, die "Macher" des Marathons können, müssen und werden lernen. Von daher kann ich mir gut vorstellen, in Düsseldorf wieder zu laufen!
Die Sieger: Gideon
Koech (Kenia) in 2:20:48 und Joyce Kandie
(Kenia) in 2:55:44 Std. Meine persönliche Bilanz: Platz 1662 von 4787 Finishern.