4. Kölner Halbmarathon am 18. August 2002
1999
wurde der "Kölner Halbmarathon", ausgerichtet von der Sporthochschule
Köln, zum ersten Mal ausgerichtet. Neben dem Halbmarathon um den Fühlinger
See, der drei Wochen vor dem Köln-Marathon
stattfindet, ein weiterer wichtiger Testlauf für die nahenden Herbstmarathons.
Nachdem ich bei der Premiere 1999 bei recht guten Bedingungen teilgenommen habe,
waren die Wetterverhältnisse dieses Mal schwierig: Hitze!
Am Morgen vor dem Lauf kam es dabei auch zum ersten "Foritreff" einiger Mitglieder des Internetforums des Berlin-Marathons. Mit dabei "Cameron", den ich schon gemeinsamen Trainingsläufen kannte, "DirkH.", den ich beim Duisburg-Marathon kennengelernt habe, "IGEL" mitsamt Freund Jozsef sowie "UweW", der extra aus Dortmund angereist war.
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Etwa 2000 Starter waren angekündigt und entsprechend voll war es am Start. Und leider bereits um 10 Uhr ziemlich warm. Allerdings versuchte ich mich damit zu trösten, dass ein guter Teil der Strecke durch Wald führen würde. So wars zumindest 1999 und die diesjährige Strecke war demgegenüber nur geringfügig geändert. In drei Runden durch den Stadtwald wird die Strecke abgelaufen. Dirk, seines Zeichens bekennender Skater, ist als Fotograf angagiert und will am Verpflegungspunkt an der Jahnwiese bereit stehen.
Streckenplan
des 4. Kölner Halbmarathons - bitte zum vergrößern auf´s
Bild klicken!
Pünktlich um zehn Uhr
fällt der Startschuss - der Lindwurm setzt sich langsam in Gang - gleich
nach dem Starttor gehts in eine 90°-Kurve nach rechts, danach kann bereits
besser Tempo aufgenommen werden. Naja, zumindest, wenn man auf den Bürgersteig
ausweicht. Eher nachteilig dann die enge Kehre, die man in der ersten Runde
laufen muss (siehe Streckenplan, grüne Markierung). Im Halbschatten geht´s
dann hinüber zur Jahnwiese, die auf der Straße von West nach Ost
passiert wird. Danach alsbald der erste Verpflegungspunkt: ein Becher Wasser
über den Kopf, der andere in den Hals. Dann geht es in den Wald, Richtung
Adenauer Weiher. Es herrscht aber auch wirklich Kaiser- äh... Kanzlerwetter:
die Suppe läuft mir bereits jetzt, da ich gerade das km2-Schild passiere,
fleissig den Körper runter. Die km-Splits liegen dafür absolut im
grünen Bereich: etwa 4:40 bis 4:45 min. sind es auf den ersten Kilometern.
Für die Hitze und meine durchs Training leicht müden Beine ist das
mehr als in Ordnung, vielleicht eher zu schnell!?
Die Strecke verläuft ziemlich flach durch den Aachener Wald, hier und da
eine kleine Steigung, das wars. Allerdings bremsen die scharfen Kurven etwas,
hier kann man halt nicht durchziehen.
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Irgendwann erreichen wir die Jahnwiese, hier trifft uns wieder voll die Sonne. Am Nordwestende der Wiese der zweite Verpflegungspunkt - ich fühle mich noch einwandfrei und kann auch Dirk, der hier mit der Kamera wartet, recht fröhlich zuwinken. Ein paar Kurven, dannbiegt man wieder auf die Zielgerade am Carl-Diem-Weg ein - die ersten 7km sind "gelaufen".
der
Hitze ausgeliefert - an der Jahnwiese!
Auf den nächsten beiden
Runden dreht man zunächst eine Runde um den Sportplatz gleich hinter dem
Müngersdorfer Stadion, bevor man wieder Richtung Jahnwiese einschwenkt.
Als die Sportplatzrunde zum letzten Mal absolviert ist, sehe ich plötzlich
ein Forishirt weit vor mir, vielleicht hundert oder mehr Meter. Muss Jozsef
sein denke ich, werde ihn aber bis zum Ziel nicht mehr einholen - er ist letztlich
39 Sekunden eher im Ziel! :-)
Viel gibts dann auch nicht mehr zu ergänzen: ich werde halt doch immer
müder, die Hitze tut das ihre und die km-Splits? Die nähern sich der
5:00-Grenze und steigen schließlich weiter. Langsamer als 5min. auf den
Kilometer? Keine Ahnung, was mich mehr schlaucht - Hitze oder das Marathontraining
der vergangenen Wochen, aber so langsam war ich seit über einem Jahr nicht
mehr. Scheiß drauf, Hauptsache nicht völlig wegknicken! Verzweifelt
versuche ich, das Tempo nicht einbrechen zu lassen, einigermaßen zu halten.
Und siehe da: auf der letzten Runde kann ich nochmal einige Grüppchen einsammeln,
profitiere vielleicht auch ein wenig davon, dass ich beim auf und ab, dass ich
in Aachen dauernd laufen muss (längere ebene Strecken gibts da nur auf
der Aschenbahn), mich oft genug quäle. Dann der letzte Kilometer: ich hole
nochmal alles aus mir raus, was drin ist, kann nochmal einige Läufer überholen.
Dann die lange Zielgerade - ich laufe absolut am Limit! Während ich normalerweise
das Tempo auf dem letzten Stück stetig steigern kann, ist hier nur mit
größter Mühe das halten des Tempos drin. Nach 1:47:06 Std. hat
die Quälerei ein Ende. Völlig am Ende meiner Kräfte lasse ich
mir die Wasserflasche reichen und sehe kurz hinter dem Zieltor Uli auf mich
warten - der Ärmste wartet schon eine Viertelstunde!!!
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Knapp hinter mir kommt dann auch Uwe ins Ziel und auch Bärbel (IGEL) erreicht trotz widriger Umstände ihr Ziel, unter 2 Stunden zu bleiben - prima!!! Am Ende ist der Lauf für meine derzeitigen Verhältnisse zumindest zufriedenstellend: meine erhoffte Zeit von unter 1:45 habe ich nicht erreicht, aber sicher auch der Hitze (32°C sollen es gewesen sein) Tribut zollen müssen.
von
links: "UweW", "Tuppie", "Cameron", Jozsef und
"IGEL". Hinter der Kamera: Fori "DirkH."
Zum Schluß einige Daten rund um den Lauf:
Finisher 2002: 1945
(1497 Männer und 448 Frauen)
Sieger 2002:
Joaquim da Silva (Jahrgang 1963) in 1:12:13 und Sigrid Zündorf (Jahrgang
1965) in 1:30:25 Std.
die "NRW-Foris":
1. Cameron in 1:33:39 (151. Männerplatz)
2. Jozsef in 1:46:27 (520 Männerplatz)
3. Tuppie in 1:47:06 (542. Männerpaltz)
4. UweW. in 1:50:43 (695. Männerplatz)
5. IGEL in 1:59:10 (131. Frauenplatz)
Aber: ob ich hier nächstes
Jahr nochmal starte ist fraglich - im Ziel gab´s außer einer 0,5l-Petflasche
Wasser nichts gratis zu trinken, kein Bier, kein Elektrolytgetränk, kein
Wasser, nichts. Wer da nicht noch Trinkbares im Auto deponiert hatte war schlichtweg
gear... Wer sich
rümt, "DEN" Test vor dem Köln-Marathon auszurichten, der
sollte doch wenigstens schauen, dass alle Sportler ihr nötiges Wasser kriegen!
Das kann der kleinste Eifellauf besser!!!