Exkurs: Wachstum des Mount Everest:
Die
Berggiganten des Himalaya-Gebirges in Asien wachsen auch heute noch bis zu mehreren
Millimetern pro Jahr. Klingt wenig, sind aber in 1 Million Jahren bei 1mm/a
immerhin 1000 Meter! Der Himalya wäre heute unter Umständen deutlich
höher (vielleicht gäbe es sogar Gipfel über 10.000 Meter!), wenn
es nicht einen wichtigen Prozess gäbe, der dem Wachstum entgegen wirkt:
die Verwitterung - Regen, Sonne, Sturm, Bewuchs von Pflanzen (Durchwurzelung
des Bodens) und viele andere Einflussfaktoren mehr sorgen dafür, dass die
Gesteine "mürbe" werden und die Gipfel abgetragen werden. Dennoch
ist der Wachstumsprozess derzeit der dominantere Prozess, so dass die Himalayaberge
tatsächlich leicht an Höhe zulegen: in ferner Zukunft wird der höchste
Berg der Welt, der Mount Everest (derzeit ofiziell 8848 Meter hoch) vielleicht
weltweit der erste Gipfel über 9000 Meter Höhe!?
Doch
warum gibt es überhaupt den Himalaya? - der Subkontinent Indien und Asien
bildeten nicht immer eine zusammenhängende Landmasse. Vor vielen Millionen
Jahren waren Indien und Asien voneinander getrennte Kontinente, die sich aufeinander
zubewegen. Vor etwa 10 Millionen Jahren (lange nach dem Aussterben der Saurier)
prallte schließlich Indien gegen Asien - die Folge war ein gigantischer
Zusammenstoß, aus dem das heutige riesige Gebirge hervorging, ähnlich
wie die Knautschfalten an einem Auto nach einem Zusammenprall. Diese Bewegung
von Kontinenten wird heute als "Plattentektonik" bezeichnet.
Die über 4000 m hohe, extrem steile Rupalwand am Nanga Parbat: die höchste Steilwand der Welt, 1970 von Reinhold Messner und seinem Bruder Günter erstmals durchstiegen. Bis heute ist niemandem mehr die Messner-Route geglückt. (c) Jürgen Winkler. >
Und noch ein Rekord: Besonders eindrucksvoll zeigt sich das auch heute noch stattfindende Wachstum des Himalaya im Westen des Gebirges: der Achttausender-Gipfel Nanga Parbati ist das Paradebeispiel, wie schnell ein Gebirge wachsen kann: hier kommt es auf kleinstem Raum zu sehr starkem Abtrag durch Verwitterung und zugleich zu sehr starkem Wachstum durch die oben beschriebenen Vorgänge: der Nanga Parbat ist mit 8125 Meter Höhe der bei weitem höchste Berg in dieser Region. Nur wenige Kilometer weiter jedoch verläuft der Indus, einer der größten Flüsse Indiens, auf nur etwa 1000 Meter Meereshöhe durch die Ebene - rund 7000 Meter Höhenunterschied auf solch´ kurzer Distanz, das gibt es sonst nirgendwo auf der Welt und ist nur durch starke Verwitterung einerseits und starke Gebirgshebung andererseits zu erklären.
Seit der letzten Eiszeit (und die ist erst seit etwa 10.000 Jahren vorüber) schätzt man die Hebung in dieser Region des Himalaya auf 1500-2000 Meter!