Exkurs: Nördlinger Ries-Einschlag:
Nördlingen
ist eine kleine Stadt in Süddeutschland, in der Schwäbischen Alb.
Dort und in der weiteren Umgebung ereignete sich vor nunmehr fast 15 Millionen
Jahren (das Alter bestimmte man mit Hilfe der Kalium-Argon-Zerfallsreihe mit
einer Halbwertzeit von 1,25 Mio. Jahren) eine ungeheure kosmische Katastrophe:
zwischen den Planeten Mars und Jupiter existiert der so genannte Asteroidengürtel:
ein Gebiet von Milliarden Asteroiden, die, ähnlich wie die großen
Planeten, in mehr oder weniger festen Bahnen ihre Runden um die Sonne drehen.
Ab und an verlässt jedoch ein solcher Asteroid seine Bahn und "verirrt"
sich ins All. Dabei kann er auch die Erdbahn kreuzen. Genau dies geschah vor
15 Millionen Jahren, wobei es zu dem schrecklichen Zufall kam, dass sich die
Erde zu diesem Zeitpunkt genau dort aufhielt, wo der Asteroid die Erdbahn kreuzte:
es kam zum Zusammenprall!
< Animation des Ries-Impacts vor rund 15 Mio. Jahren. (c) www.bodensee-sternwarte.de.
Der Asteroid trat mit etwa 15
km/s in die Erdatmosphäre ein: das sind 54.000 Kilometer pro Stunde! Der
Asteroid zerfiel dabei in viele Bruchstücke; viele verglühten anschließend
in der Atmosphäre, zwei große Bruchstücke trafen jedoch auf
der Erdoberfläche auf. Das größere Bruchstück schlug einen
Krater von 25 km Durchmesser und wahrscheinlich 1000
m Tiefe!
Die Explosion hatte die Wucht von 250.000 Hiroschima-Atombomben!!! Im
Umkreis von 100 km wurde alles Leben schlagartig vernichtet, wenngleich es zur
damaligen Zeit noch keine Menschen gab. Eine 30.000°C heiße Glutwelle
raste mit Überschallgeschwindigkeit über das Land. Die herumfliegenden
Trümmer wurden bis ins Gebiet des heutigen Tschechiens geschleudert!
Das
andere, kleinere Bruchstück schlug vierzig Kilometer weiter westlich ein
und schlug den Krater von Steinheim. Dieser kleinere Krater hat immer noch einen
Durchmesser von 3,4 Kilometern. Beim Steinheimer Krater ist sogar noch die so
genannte Zentralerhebung zu erkennen, wie sie für Einschläge großer
Himmelskörper typisch ist. Ein imposantes Beispiel für eine Zentralerhebung
ist der gewaltige Krater auf dem kleinen Saturnmond Mimas.
< der Saturnmond Mimas. Quelle: www.astronomija.co.yu.
Heute erkennt man die Krater diesen gigantischen Einschlages nicht mehr mit bloßem Auge: Regen, Wind und Sonne haben im Laufe der Jahrmillionen dafür gesorgt, dass der ehemalige Krater abgetragen wurde und so heute nur noch die moderne Wissenschaft den Krater sichtbar machen kann:
Auswertung
von dreidimensionalen Höhendaten machen den Krater auch heute noch sichtbar.
(c) www.home.uni-osnabrueck.de
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Übrigens handelte es sich bei dem Meteoriten aller Voraussicht nach nicht um einen Eisen-, sondern um einen Steinmeteoriten. Dafür spricht z.B. der hohe Chromgehalt, der typisch für Steinmeteoriten ist.
^ Weiterführende
Links:
Grundlage
für diesen Exkurs: www.bodensee-sternwarte.de/Archiv/AlxB/themen/050220/ries.htm
Steckbrief zum Ries-Einschlag für Interessierte mit geologischem
Grundwissen: www.geologie.uni-freiburg.de/root/people/ulmer/ries/ries.html
Interessante Abbildungen zum Ries: www.home.uni-osnabrueck.de/ahaenel/meteor/ries.html
Kurzinfo zum Krater von Steinheim, mit Bilder: www.home.uni-osnabrueck.de/ahaenel/meteor/steinh.html