Exkurs: Widmanstättensche Figuren:
Eine
wichtige Gruppe bei den Meteoriten sind die Eisenmeteoriten, die eben zum allergrößten
Teil aus elementarem Eisen bestehen. Poliert man einen Querschnitt eines solchen
Eisenmeteoriten, so zeigen sich oft die so genannten Widmanstättenschen
Figuren: hierbei handelt es sich um grazile, regelmäßig angeordnete
Kreuzungsmuster, aus denen das geschulte Auge eines Geologen Informationen über
die Entstehungsgeschichte des Meteoriten lesen kann:
Eisenmeteorite bestehen nicht ausschließlich aus Eisen, sondern auch aus anderen Schwermetallen wie z.B. Iridium, Germanium und vor allem Nickel. Abhängig vom jeweiligen Nickelgehalt des Meteoriten, von der Temperatur bei Erstarrung des Nickel-Eisen-Gemisches und von der Abkühlungsgeschwindigkeit entstehen verschiedene Kristallgitter, in den Nickel und Eisen eingebaut sind: beim innenzentrierten kubischen Gitter ist neben den acht Eckpunkten der würfelförmigen Kristallstruktur auch die Mitte eines jeden Würfels mit einem Atom besetzt. Beim flächenzentrierten kubischen Gitter sind nicht die Mitten der Würfel, sondern alle Würfelflächen mit einem weiteren Atom besetzt.


Wichtige
Kristallgitter: links das innzentrierte kubische Gitter, rechts das flächenzentrierte
kubische Gitter.
Quelle: www.schoch-edelstahl.de.
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Die Strukturen, die nach dem österreichischen Chemiker Alois von Beckh-Widmanstätten (1754-1849) benannt wurden, können nur in meteoritischem Material nachgewiesen werden.