An dieser Station lernst Du den Aufbau und die Funktionsweise von Kernkraftwerken (im Volksmund auch oft nicht ganz korrekt als Atomkraftwerke bezeichnet) kennen. Du erfährst, welche Vorteile sie haben - aber auch, welche Risiken in dieser Technologie stecken. Wenn Du diese Station durchgearbeitet hast, wirst Du in der aktuellen politischen Diskussion über den Ausstieg aus der Kernenergie besser mitreden können.
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Wo kommt die Energie her? | |
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Wie ist der Reaktor aufgebaut? | |
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Nutzen & Risiken der Kernenergie | |
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Weiterführende Links |
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"Wo kommt die Energie her?"
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Grundlage jedes Kernkraftwerkes ("KKW") ist die
Kernspaltung.
Dabei wird der Kern eines schweren Isotops
- meistens Uran-235 - durch den Einfang eines Neutrons instabil und zerfällt
in kleinere Kerne unter Freisetzung von weiteren Neutronen und viel Energie.
Es wird somit nicht die natürliche Radioaktivität
(also der von sich aus ablaufende Zerfall radioaktiver Stoffe) ausgenutzt, weil
die hierbei freigesetzte Leistung bei den großen Halbwertszeiten viel
zu gering wäre.
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Vielmehr spaltet man geeignete Atomkerne künstlich durch den Beschuss mit
langsamen Neutronen.
Bei dieser Spaltung entstehen wieder neue Neutronen, es kommt so zur Kettenreaktion,
welche unkontrolliert zur verheerenden Kernexplosion
führt (siehe auch Station "Kernwaffen").
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Kernreaktoren sind nun nichts anderes als Anlagen, in denen durch kontrollierte Kernspaltung Wärme erzeugt wird. Diese wird dann üblicherweise in denselben Verfahren wie im Kohlekraftwerk in Wasserdampf und schließlich in elektrischen Strom umgewandelt. Die gesamte Anlage bezeichnet man als KKW.
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Hast Du es verstanden? | |
| Was ist der einzige (wenn auch wesentliche!) Unterschied zwischen einem Kern- und einem Kohlekraftwerk? | ||
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"Wie ist der Reaktor aufgebaut?"
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Wie aus der Abbildung "Prinzip eines Kernreaktors" zu erkennen ist, bestehen Reaktoren im Wesentlichen aus 5 Komponenten:
Damit ein Kernkraftwerk Strom erzeugen kann, muss zunächst
die Kettenreaktion in Gang gesetzt werden. Dazu ist eine Menge Brennstoff
(meistens das spaltbare Uran-Isotop U-235) erforderlich, welche über
der kritischen Masse (etwa 50kg bei U-235)
liegt. Das Uran befindet sich dabei in Tabletten aus Urandioxid in etwa 4m langen
und nur 1cm dicken Brennstäben
aus Zirkaloy, einer Zirkonium-Legierung.
Da die Neutronen aus der Kernspaltung sehr schnell sind, müssen sie durch geeignete Stoffe abgebremst werden, damit sie weitere Kernspaltungen auslösen können. Diese Stoffe werden als Moderatoren bezeichnet. In der BRD wird ausschließlich Wasser als Moderator eingesetzt. Beim Unglücksreaktor in Tschernobyl hat man Graphit (also reinen Kohlenstoff) verwendet, welches während des Unfalls in Brand geriet.
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Hast Du es verstanden? | |
| Warum benötigt der Reaktor ein Bremsmittel ("Moderator") für die Neutronen? | ||
Damit
die Kettenreaktion nicht unkontrolliert abläuft (und sich der Reaktor dabei
in eine Atombombe verwandelt - der sogenannte GAU = größter
anzunehmender Unfall!),
wird die Zahl der Neutronen durch die Regelstäbe
begrenzt. Dabei gilt es, den Reaktor so dicht wie möglich in der Nähe
des "kritischen Punktes" zu halten. Das bedeutet, dass durch den Einfang
überschüssiger Neutronen mit geeigneten
Neutronenabsorbern (z.B. Bor oder Cadmium) nur genau so viele Neutronen
im Reaktor belassen werden, dass die Kettenreaktion nicht abbricht. Um die Neutronenzahl
zu regeln, werden die Steuerstäbe aus Neutronenabsorbierendem Material
mehr oder weniger weit zwischen die Brennstäbe gefahren.
< der zerstörte
Reaktor von Tschernobyl. Bildquelle: www.ilexikon.com.
Wenn von den bei jeder Spaltung freigesetzten 2 bis 3 Neutronen
genau 1 wieder einen weiteren Kern spaltet, so läuft die Kettenreaktion
ideal ab, man spricht vom kritischen Reaktor.
Steigt aber die Zahl der Neutronen von Reaktion zu Reaktion an, so wird der
Reaktor überkritisch und die Regelstäbe
werden weiter in den Kern eingefahren, um stärker zu absorbieren. Werden
dagegen zu viele Neutronen absorbiert, stoppt die Kettenreaktion und der Reaktor
geht aus. Aus Sicherheitsgründen hängen dabei die Regelstäbe
über den Brennstäben, so dass sie im Notfall einfach schnell in den
Kern fallen und den Reaktor stoppen können.
Die bei der Spaltung freigesetzte Energie wird durch ein geeignetes
Kühlmittel (meistens Wasser) vom
Reaktorkern abgeführt und über Wärmetauscher (Sicherheit!) an
das eigentliche Wärmekraftwerk zur Stromerzeugung abgegeben.
Damit weder radioaktive Strahlung noch entstehende gefährliche
Spaltprodukte in die Umgebung entweichen können, sind moderne Kernkraftwerke
mit zahlreichen Abschirmungen und Sicherheitsmaßnahmen
ausgestattet. Dazu gehört in erster Linie ein massiver Mantel aus 2m dickem
Stahlbeton.
Da alles im Reaktorkern im Betrieb durch die extrem hohe Strahlung nach und nach selber radioaktiv wird, muss unter allen Umständen verhindert werden, dass Stoffe - Kühlmittel, Moderatoren, Regelstäbe usw. - austreten können. Das stellt eine der wesentlichen Probleme im langfristigen Betrieb eines KKW dar.
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"Nutzen & Risiken der Kernenergie"
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Kernenergie ist praktisch Emissionsfrei, es entstehen weder
Treibhausgase noch wird Feinstaub erzeugt. Bis auf die unvermeidbare Erwärmung
von Kühlwasser wird die Umwelt nicht beeinträchtigt. Kernenergie ist
für Jahrhunderte verfügbar und in den Betriebskosten preiswert.
Die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern kann
nur über KKWs reduziert werden, da es schlichtweg an sinnvollen Alternativen
im benötigten Gigawatt-Bereich mangelt.
Warum dann die ganze Diskussion um den Ausstieg aus der
Kernenergie?
Zum einen produzieren KKW enorme Mengen an radioaktiven
Abfällen. Ob es sich um stark strahlende abgebrannte Brennstäbe oder
um schwach aktives Material aus dem Sekundärkreislauf handelt - alles muss
langfristig sicher gelagert werden. Dazu kommt das gewisse Restrisiko jeder
technischen Anlage, zu dem auch der Faktor Mensch beiträgt. Die Katastrophe
von Tschernobyl wurde wahrscheinlich durch illegale Experimente am Reaktor ausgelöst
und durch menschliches Versagen in Verbindung mit mangelhafter Technik verschlimmert.
Wenn also etwas passiert, dann sind die Folgen dramatisch.
Letztendlich stehen dem enormen ökonomischen und ökologischen Nutzen der Kernenergie auch ernstzunehmende Risiken und die ungeklärte Frage der langfristigen Lagerung des strahlenden Abfalls gegenüber.
<
Abbildung: Modernes
KKW am Beispiel eines Druckwasserreaktors vom Typ Brokdorf
Bildquelle: Basiswissen zum Thema Kernenergie, Herausgeber Informationskreis
KernEnergie, Berlin 2002.
Quellen:
Basiswissen zum Thema Kernenergie, Herausgeber Informationskreis
KernEnergie, Berlin 2002
http://www.wikipedia.de
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"Weiterführende Links"
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http://www.reyl.de/tschernobyl
http://www.tschernobyl-folgen.de
http://www.hamburger-bildungsserver.de/index.phtml?site=klima
http://www.energiewelten.de/elexikon/lexikon/index3.htm