Matterhorn - 4478 m

Matterhorn

Bild: Die Ostwand mit dem Furgg-Grat (links) und dem Hörnligrat (rechts),
dem heutigen Normalweg.

Lage: Wallis / Südschweiz

Erschließungschronik:

1792 Der Genfer Naturforscher Horace Bénédict de Saussure besteigt das Kleinmatterhorn (3883 m) und bestimmt trigonometrisch die Höhe des Matterhorns mit 2309,75 Klafter (entspricht 4501,70 m) und berechnet damit die tatsächliche Höhe erstaunlich genau.
1859 Der Italiener Jean Antoine Carrel wagt sich alleine an den Berg, scheitert aber. Das Matterhorn bestimmt in den Folgejahren sein Leben.
1865 Nach sieben gescheiterten Versuchen ist es der Engländer Edward Whymper, dem die Erstbesteigung gelingt. Gemeinsam mit seinen Landsleuten Charles Hudson, Lord Francis Douglas, Douglas Robert Hadow und den Bergführern Michel Croz sowie Peter Taugwalder Vater und Sohn schafft er am 14. Juli die Erstbesteigung über den Nordostgrat ("Hörnligrat"), der auch heute die Normalroute darstellt. 200 Meter tiefer steigt Carrel am Liongrat am Berg hinauf und schafft mit Jean-Baptiste Bich am 17. Juli die Zweitbesteigung - ein schwerer Schlag für Carrel, nur der Zweite gewesen zu sein.
Beim Abstieg jedoch kommt es zur ersten Katastrophe am Matterhorn: Hadow rutscht aus und bringt neben Croz auch Lord Douglas, Hudson und Hadow zu Fall. Das Seil hält der Belastung nicht stand und reisst - alle Bergsteiger kommen beim Sturz über die Nordwand ums Leben.
1871 DIe Engländerin Lucy Walker ist die erste Frau, die das Matterhorn besteigt: am 22. Juli steht sie oben.
1879 Der Brite A. F. Mummery, der vor allem durch seinen Versuch am Nanga Parbat 1895 weltberühmt wurde, ist mit seinen Begleitern am 3. September der erste Begeher des Zmuttgrates (NW-Grat). William Penhall erreicht im Wettstreit den Gipfel anderthalb Stunden später.
1911 Der schwierigste Grat am Matterhorn, der Furgg-Grat (Südostgrat), wird im September durch den Italiener Mario Piacenza und seine Führer Jean-Joseph Carrel und Joseph Gaspard erstbegangen. Die großen Überhänge werden allerdings umgangen.
1931 die Nordwand des Matterhorn, eine der "drei großen Nordwände" der Alpen (neben Eiger-Nordwand und den Grandes Jorasses) ist das Ziel der Münchner Brüder Franz und Toni Schmid: am 31. Juli / 1. August durchklettern sie zum ersten Mal erfolgreich die 1200 m hohe Wandflucht, quasi wie in einem Handstreich. 1932 werden sie dafür in Los Angeles bei den Olympischen Spielen mit der Goldmedaille für bergsteigerische Leistungen ausgezeichnet. Von Italienern wird die Südwand zum ersten Mal durchstiegen.
1932 Die Ostwand wird zum ersten Mal durchklettert.
1941 Der Furgg-Grat wird erstmals auch mit seinen Überhängen überklettert: die Italiener Luigi Carrel, Giacomo Chiara und Enzo Perino schaffen den schwierigen Grat vollständig!
1959 Der Wiener Diether Marchart bezwingt die Nordwand im Alleingang in nur fünf Stunden!
1962 Im Februar glückt die erste Winterbegehung der Nordwand
1965 Zum hundertjährigen Jubiläum der Erstbesteigung gelingt Walter Bonatti im Winter als Alleingeher eine neue Route durch die Nordwand. Fünf Tage ist er unterwegs. Die Schweizerin Yvette Vaucher ist im gleichen Jahr die erste Frau, die die Nordwand klettert. Begleitet wird sie vom Ehemann und dem Führer Othmar Kronig.
1975 Der Italiener Toni Valeruz fährt die Ostwand ab der Hörnli-Schulter mit Ski ab.
1992 Dem Südtiroler Hans Kammerlander gelingt ein beeindruckender "Konditionstest": gemeinsam mit dem Schweizer Diego Wellig gelingt ihm "4 x Matterhorn" - Besteigungen über alle vier Grate innerhalb von 24 Stunden.
2003 Am 15. Juli kommt es im unteren Teil des Hörnligrates, auf etwa 3400 Meter, zu einem schweren Bergsturz. Rund 90 Bergsteiger müssen per Helikopter evakuiert werden, keiner wird verletzt. Als Grund wird der überaus heiße Sommer angesehen, der zu Plusgraden in Bereichen führt, wo üblicherweise dickes Eis den brüchigen Fels zusammenhält.

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