Thomas Bubendorfer
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Bildquelle: www.bubendorfer.com
Als erstes von vier Kindern am 14. Mai 1962 in Salzburg geboren, aufgewachsen in St. Johann, verbrachte bereits mit neun das erste Jahr im Ausland in einem englischen Internat. Diese Erfahrung war prägend und weckte in ihm früh die Liebe zum Reisen und zu fremden Sprachen. Bis zu seiner Pubertät eher unsportlich, entdeckte er jetzt seine Liebe zum Sport und wurde ein erfolgreicher Amateur Skirennläufer und bestritt Tischtennis Turniere. Als Training mutete er sich bereits als Vierzehnjähriger Marathondistanzen zu und machte täglich 300 Klimmzüge. Beeinflusst von einem humanistisch geprägten Elternhaus begeisterte er sich auch früh für klassische Literatur und las 100 Seiten täglich.
Mit 14 Jahren, als ihm bereits die damals schwierigsten Touren der Ostalpen als Seilerster gelangen, wusste Thomas Bubendorfer, dass das Bergsteigen sein Leben sein würde. Nach Matura (Abitur) und Militärdienst zog er für zwei Jahre nach Florenz und Padua, um italienisch zu lernen. Mit 20 seilfreier Alleindurchstieg des Walkerpfeilers in Rekordzeit.
1985 übersiedelte er um französisch zu lernen und der herrlichen Klettertouren wegen nach Monaco, wo er seither lebt. Die wichtigste und schmerzlichste Zäsur in seinem bis dahin durch nichts getrübten Gipfelsturm war sein (bis heute einziger) Absturz bei Werbeaufnahmen im November 1988: 20 Meter im freien Fall hatten schwerste Verletzungen zur Folge: elf gebrochene Wirbel, ein zertrümmertes Handgelenk, eine zerschmetterte Ferse, ein zertrümmertes vorderes Sprunggelenk und sämtliche Zehensehnen zerfetzt. Nach einem mühsamen Jahr der Rehabilitation wurde Thomas Bubendorfer mit seinem steifen Sprunggelenk zu 35% invalid erklärt. Dem Absturz folgten trotz eines sehr schnellen "Comebacks" zum ersten Jahrestag des Unfalls mit drei schwierigen Eiswänden im Großglocknergebiet insgesamt zwei Jahre der Katharsis, die sich in zwei gescheiterten Expeditionen und dem Scheitern seiner ersten Ehe ausdrücken sollten.
Neben dem Bergsteigen beschäftigen ihn heute vor allem die Gemeinsamkeiten von Alleinklettern und Management ("Vision und Leidenschaft") und die allgemeingültigen Gesetze, die menschlichem Tun zugrunde liegen. Bis auf Afrika hat er alle Kontinente mehrmals bereist und war bis heute mehr als 35 Mal in den USA, wo er bis zu drei Monate jährlich verbringt. Thomas Bubendorfer liebt Christine und seine Söhne Laurens (1987) und Tim Thomas (2002). Er genießt italienische Küche und besonders die seiner Freunde Karl und Rudi Obauer in Werfen, und französischen Wein. Der Pongau im Salzburger Land ist seine Wiege, hier sind meine Wurzeln, da komme ich her, aber seine Heimat ist nach mittlerweile 18 Jahren Monaco geworden.
Website:
www.bubendorfer.com
Gipfelbuch
(Auszüge):
| 1978 | Gr.Sattelkopf
(Hochkönig), Südkante (VI, A2). 1.Alleinbegehung Kl.Törlwieskopf (Hochkönig), Nordwand "Heini-Holzer-Gedächtnisweg" (VI+) 1.Alleinbegehung |
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| 1979 | Großer
Bratschenkopf (Hochkönig), Südwand "Y" (V+), 1.Alleinbegehung
Torsäule (Hochkönig), Südpfeiler (VI+; A2), 1.Alleinbegehung Windluckenwand (Dachstein), Südwand "Y" (VI, A0), 1.Alleinbegehung Hochkönig, Südwand-Verschneidung (VI, AO), 1.Alleinbegehung |
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| 1980 | Großer
Bratschenkopf (Tennengebirge), SW-Wand (V+), 1.Alleinbegehung Pik Korshenewskaja, 7.135 m (ehemalige UDSSR, heute Kirgisien), Besteigung ohne künstlichen Sauerstoff in drei Tagen Civetta (italienische Dolomiten), NW-Wand ("Die Wand der Wände"), "Philipp-Flamm Route" (die damals schwierigste Freikletterroute der Alpen, VI, A2), 2.Alleinbegehung in Rekordzeit von 4 Std. (1.Alleinbegehung: Reinhold Messner in 7 Std.) |
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| 1981 | Hochkogel
(Tennengebirge), NW-Wand (800m, "Weg der Freunde", VI+, A2) 1.Alleinbegehung
(zugleich 3.Begehung und 1.Besteigung an einem Tag) Dachl (Gesäuse), Nordwand (800 m, "Superlative", bis VII), 1.Alleinbegehung. Vermutlich bis heute nicht wiederholte Kombination von drei äußerst schwierigen Routen Kleiner Törlwieskopf (Hochkönig), Nordwand "Jubiläumsriss" (VII, A1), 1.Alleinbegehung Windluckenwand (Dachstein), Südwand "Wasserfallweg", (VI), 1.Alleinbegehung Windluckenwand (Dachstein), S-Wand "Kurt Maix Gedenkweg" (VI+), 1.Alleinbegehung (beide am selben Tag) Windluckenwand (Dachstein), S-Wand "Schmetterlingsweg", (V). 1.Alleinbegehung Torstein Südwand "Pfeilerroute" (Precht/Sucher), (VI-, A0). 1.Alleinbegehung |
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| 1982 | Ortler
(Italien), Nordwand, 1.Winteralleinbesteigung in Rekordzeit (ca. 4 Std.)
mit Reinhard Schiestl und Kurt Schoißwohl Les Droites (Montblanc Gebiet), Nordwand (schwierigste kombinierte Wand der Alpen). Winterbegehung in Seilschaft an einem Tag Les Droites (Montblanc Gebiet), dir.Nordpfeiler (VI), 1.seilfreie Alleinbegehung (on sight), damals schnellste Begehung, 7 Std. Grandes Jorasses (Montblanc), Nordwand "Walker-Pfeiler", 1.seilfreie Alleinbegehung (on sight), damals schnellste Begehung, 7 Std. |
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| 1983 | Matterhorn
Nordwand, 1.seilfreie Alleinbegehung (damals schnellste Begehung, 3 Std.
50 Min. (zugleich mit dem Österreicher Peter Rohrmoser) Eiger Nordwand, 1.seilfreie Alleinbegehung, bis heute schnellste Begehung, 4 Std. 50 Min. |
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| 1984/85 | Vor allem ca. 40 gefrorene Wasserfälle in den Salzburger Alpen in jeweils 1. (seilfreier) Alleinbesteigung (bis Schwierigkeitsgrad V+). | |
| 1986 | Mount Fitz Roy, Patagonien, (Argentinien), "einer der schwierigsten Ber ge der Welt", "Chouinard (-Amerikaner)" Route (VI, A2), 1. Alleinbegehung und 1. Ein-Tages-Besteigung durch einen Alleingänger in 23 Stunden non stop. | |
| 1987 | Piccolo
Mangart (Julische Alpen), Nordwand, "Große Verschneidung"
(VI+), 1.seilfreie Alleinbegehung (2 Stunden) Großer Bratschenkopf (Hochkönig), Südwand, "Ein bißchen Marmolada" (VII), 1.Alleinbegehung Tofana di Rozes (italienische Dolomiten), Südpfeiler, Ausstieg über neue Route (VI), 1.Alleinbegehung (seilfrei) |
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| 1988 | Hochkönig,
Südwand, "Gloria Patri" (VI+), 1.Alleinbegehung. "Fünf Wände Enchaînement" in den Dolomiten. Die Nordwände der Drei Zinnen, Südwand der Marmolada und NW-Wand von Sasso Pordoi ("Via Niagara") an einem Tag. Insgesamt 3.000 Höhenmeter senkrechter bis überhängender Dolomitenfels bis zum VII.Schwierigkeitsgrad in seilfreiem Alleingang. Hubschraubertransport vom Gipfel zum nächsten Wandfuß. Bis heute in den Alpen in reinen Felswänden nicht wiederholt |
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| 1991 | Aconcagua,
6.956 m (Argentinien), Südwand ("Messner-Direttissima"):
höchste und schwierigste Wand der westlichen Hemisphäre am höchsten
Berg der westlichen He-misphäre). 1.seilfreie Alleinbesteigung in damals
schnellster Begehung: 16,5 Std., zugleich erste Ein-Tages-Besteigung. TV-Dokumentation Teufelskirchl (Hochkönig), dir.SO-Pfeiler (VI+), 1. (seilfreie) Alleinbegehung, on sight |
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| 1992 | Kl.Fieberhorn (Tennengebirge), dir.Westkante (VI+), 1. (seilfreie) Alleinbegehung | |
| 1993 | Dachstein
Südwand, "Indirekte" (900 m, VI+), 1.(seilfreie) Alleinbegehung,
zugleich 1.Winterbesteigung und schnellste Begehung: 2 Std. 10 Min.Std.) Hochthron (Tennengebirge), S-Wand "Prechtplatte" (VII+), 1. (seilfreie) Alleinbegehung Torsäule (Hochkönig), Südpfeiler "Mountainbike" (1 SL -VIII), 1. (seilfreie) Alleinbegehung |
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| 1995 | Gr.Sattelkopf (Hochkönig), Südkante "500" (VII+), 1. (seilfreie) Alleinbegehung (exklusive letzter Seillänge). Insgesamt Bubendorfer´s schwierigster Felsalleingang. | |
| 1997 | "Mount Laurens", ca. 3.200 m, Alaska Range, Alaska, USA. 1.Besteigung im Alleingang in 11 Stunden über die Nordwand mit an schließendem Westgrat. Ca. 1.200 Meter. Der vermutlich schwierigste und höchste unbestiegene Berg in der Mt.McKinley-Kette. Bubendorfer war im Basislager allein, ohne Funkkontakt zur Außenwelt, durch 140km weglose Gletscher und Tundra vom nächsten zivilisierten Stützpunkt entfernt. | |
| 1998 | Bubendorfer scheitert auf Grund des weltweiten "El Nino" Wetterphänomens bei seinem Versuch, die 3000 Meter hohe, unbestiegene Ostwand des Mount McKinley, 6.120 Meter, in Alaska im Alleingang zu besteigen, und gleich anschließend scheiterte er aus dem selben Grund am 7.388 Meter hohen "Ultar" im Karakorum, Pakistan. Der "Ultar" ist der letzte Siebentausender, der erstbestiegen wurde (1995, von einer japanischen Großexpedition) und ist nur über eine 3000 Meter hohe Wand zu besteigen. | |
| 1999 | ... versuchte er die McKinley Ostwand wieder. Mit einem 45-kg Rucksack absolvierte er den 55-Kilometer langen, äußerst mühsamen Anmarsch durch zwei Gletscherflüsse, Moskito-verseuchte Sümpfe und zwei Gletscher bei oberschenkeltiefem Neuschnee in sieben Tagen von der Nordseite her (hier ist Nationalpark und Landen auf den Gletschern ist verboten), um schließlich feststellen zu müssen, dass der letzte Kilometer zum Einstieg der Wand von unberechenbaren Lawinenabbrü-chen dermaßen gefährdet ist, dass er das Risiko nicht eingehen konnte, diese Zone wenigstens neun Mal (zur Vorbereitung im Auf- und Abstieg) zu durchsteigen. | |
| 2001 | Der Cerro Torre, "schönster und schwierigster Berg der Erde", in Patagonien, im Winter, im Alleingang das ist eines der letzten großen Ziele im Extremalpinismus. Nach dreiwöchiger Vorbereitung im Juni und Juli, in denen er seine Ausrüstung insgesamt ca. 300 Kilometer an den Berg herangetragen hatte, muss er sein Vorhaben auf Grund extremer Kälte (-23 Grad auf 300 Metern Seehöhe) mit leichten Erfrierungen an den Zehen abbrechen. Zwei andere Expeditionen scheiterten ebenfalls. | |
| 2002 | Bubendorfer bereitete sich von September bis Mai intensivst auf einen zweiten Cerro Torre Winter Versuch vor. Die Vorhersagen eines weiteren El-Nino Phänomens lassen die Expedition aber nicht als sinnvoll erscheinen und er sagt sie ab. Eine kanadische Expedition, Freunde von Thomas Bubendorfer, und ein englisches Team, scheitern auch an besonders schlechtem Wetter. |