Tomaz Humar
![]() |
Geboren am 18. Februar 1969 in Ljubljana (Slovenien), heute lebt der gelernte Elektriker in Kamnik, wo er seit 1987 Mitglied des hiesigen Alpinclubs ist. Tomaz Humar ist verheiratet und hat zwei Kinder. Im Jahr 2000 erleidet Humar einen schweren Unfall bei Bauarbeiten an einem Haus. Ärzte prognostizieren, dass Humar nie wieder wird gehen können. Doch er erholt sich vollständig von dem Unfall und kehrt zu den großen Bergen der Welt zurück. 1996 bekommt er für seine Erstbegehung an der Ama Dablam die höchste Ausziechnung im Bergsport verliehen, den "Piolet d´Or". Humar kann inzwischen (Stand 2002) auf über 1200 Besteigungen und über 60 Erstbegehungen zurück blicken.
Webseite: www.humar.com
Gipfelbuch (Auszug):
| 1994 |
12. Oktober: Ganesh V (6986 m). Gemeinsam mit dem Leiter Stane Belak - darauf klettert Tomaz Humar durch die Südostwand - die erste Wiederholung der Japaner-Route einschließlich einer Variante auf 1000 Meter Länge in der 2800 Meter-Wand. Die Schwierigkeiten der Route: 90° IV-V (75° IV). |
|
| 1995 |
Annapurna (8091m) am 6. Mai. Humar besteigt den Berg im Alleingang über die Nordflanke. Nach drei Tagen auf über 7500 Metern steht er nach einem Aufstieg über die Franzosen-Route auf dem Gipfel. |
|
| 1996 |
Ama Dablam
(6828m) am 4. Mai. Gemeinsam mit dem Expeditionsleiter Vanja Furlan gelingt
die Erstdurchsteigung der Nordwestwand. Aufstieg im Alpinstil (VI 90°
(70° V, A2+)). Der Abstieg erfolgt über den Südwestgrat.
Als Akklimatisierung bestieg er den Imjatse, 6173 m. Für die schwierige
Neuroute erhielt die Seilschaft die berühmte und prestigeträchtige
"Goldene Eisaxt" ("Piolet dOr"), die alljährlich
für die innovativste Neuroute vergeben wird. |
|
| 1997 |
1. Oktober: Lobuce
(6119 m) |
|
| 1998 |
El Capitan (Yosemite-Park), Gipfel am 26. Oktober. Humar klettert als erster Europäer solo eine der schwierigsten technischen Routen der Welt: "Reticent Wall": VI., 5.9, A5, Wandhöhe 850 m - in fünfzehn Tagen! Beim Internationalen Berg-Filmfestival in Trento wird der über die Begehung gemachte Film ausgezeichnet. |
|
| 1999 |
Dhaulagiri (8167 m).
Humars bislang größtes Glanzstück: die Erstdurchsteigung
der riesigen und extrem gefährlichen Südwand des Dhaulagiri.
Nach einem Akklimatisierungsaufstieg an der Nordseite über die Route
der Schweizer bis auf 7300 Meter steigt er am 25. Oktober in die Südwand
ein und klettert in neun Tagen durch die Wand. Am 1. November erreicht
er schließlich beim Ausstieg eine Höhe von etwa 8000 Metern
und biwakiert ein letztes Mal. Am nächsten Tag steigt er, ohne den
Gipfel zu besteigen, direkt über die Route der Schweizer ab, da er
sich schwere Erfrierungen beim Aufstieg zugezogen hatte. Ein neuntes Biwak
in dieser Höhe wäre zu riskant! Bei
seinem Abstieg findet er die Leiche der englischen Spitzenbergsteigerin
Ginette Harrison, die bereits 5 Achttausender bestiegen hatte.
Sie war in der vorangegangenen Woche beim Versuch, den Gipfel zu erreichen,
in einer Lawine umgekommen. Am 3. November ist er wieder im "Advanced
Base Camp" auf 5600 Meter. Hier wird er von einem Helikopter nach
Pokhara geflogen. |
|
| 2002 | Besteigung der Shisha Pangma. | |
| 2003 |
Tomaz Humar geht im Juli die Rupalwand am Nanga Parbat an. Er möchte über eine neue Route in der Rupalwand aufsteigen und über die Diamirseite absteigen. Doch die denkbar schlechten Verhältnisse machen die Umsetzung unmöglich. Nach mehreren Akklimatisierungstouren entlang der Messner-Route von 1970 bis auf 6500 Meter muss Humar die perfekt vorbereitete Expedition abbrechen. Tomaz Humar und Ales Kozelj klettern im Dezember eine 2500 m hohe Neuroute in der Südwand des Aconcagua. Es dürfte die derzeit schwerste Route in der Südwand sein. Die Begehung dauerte fünf Tage, einen weiteren Tag brauchten sie für die Travesierung des Berges und den Abstieg ins Tal. Am 23. Dezember erreichen sie wieder das Basislager. Humars Kommentar: Of all my ascents, this was one of the most difficult. |