Laufbacher Eck-Weg & Oytal - bis 2111m
Karte
mit eingezeichneter Route (Achtung: Grafik
mit ca. 130 kb)
Zur Geologie des Laufbacher Eck-Weges: verschiedenste Gesteine des Oberostalpin. Genauere Beschreibung folgt in Zukunft.
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Zur
Route: Der Laufbacher Eck-Weg verbindet das Edmund
Probst-Haus am Nebelhorn bei Oberstdorf mit dem Prinz Luitpold-Haus am Hochvogel.
In vielen Quellen liest man, dieser Höhenweg, der sich ständig auf
einer Höhe von etwa 2000 Metern bewegt, sei der schönste seiner Art
in den Allgäuer Alpen. Ich bin diesen Weg nun bislang dreimal gegangen:
1995 alleine und bei mäßigem Wetter, zwei Jahre später dann
bei Traumwetter. Zuletzt im Jahr 2001 mit meiner Freundin Danuta - auch wieder
bei sehr gutem Wetter. Ich kann mir kaum vorstellen, das es in den Allgäuer
Alpen vergleichbare Wege gibt, die einem soviel Genuß und Eindruck vermitteln
wie dieser!
Schwierigkeiten stellt der Weg an den Wanderer nicht. Allerdings können
bis in den Sommer hinein Altschneefelder vorhanden sein, die vorsichtiges Gehen
und entsprechende Trittsicherheit voraussetzen. Auch bei Nässe und nach
starken Regenfällen ist entsprechende Vorsicht geboten. Nach Angaben des
AV-Führers benötigt der Weg von Hütte zu Hütte etwa 4-5
Stunden Gehzeit, kann allerdings durch vorzeitigen Abstieg abgekürzt werden.
Es ist zu beachten, dass es auf dem gesamten Weg keine Einkehrmöglichkeit,
wohl aber Bachläufe zum Auffüllen des Wasservorrates gibt.
Die Bilder des folgenden Berichtes stammen von den Begehungen
1997 und 2001. Eine Diashow mit vielen Bildern zur Tour ist hier
zu finden!
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Um 6:20 Uhr klingelt der Wecker. Nach dem Frühstück packen wir (meine Freundin Danuta und ich) unsere Sachen und fahren um 7:30 Uhr von Hindelang nach Oberstdorf, wo wir nach einer knappen halben Stunde ankommen. Mit der Nebelhornbahn, es sind schon so einige Wanderer unterwegs, fahren wir bis zum Edmund-Probst-Haus auf gut 1900 m Höhe und können hier um 8:50 Uhr starten.
Die
Bergstation der Nebelhornbahn und das Edmund Probst-Haus. Dahinter links das
Nebelhorn, das sich nach rechts in die Felsen des Hindelanger Klettersteiges
fortsetzt.
Bei wunderschönem Wetter wandern wir auf bereits mir bekannten Wegen, nachdem ich ja schon den Verbindungsweg zum Prinz Luitpold-Haus 1995 und 1997 gegangen war. Aber auch Danuta gefällt der Weg sehr gut. Bei sehr frischem und böigem Wind wandern wir zügig weiter, um die sonnigen Südhänge zu erreichen, wo wir den Schatten verlassen können.
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Erster
berühmter Blickfang auf dem Weg ist natürlich der Seealpsee,
hinter dem sich die viergipflige Höfats und viele andere Gipfel der Allgäuer
Alpen aufbaut.
Der Seealpsee. Links die Höfats,
rechts der Bildmitte die Mädelegabelgruppe.
Mit diesem Panorama gehts es weiter ostwärts, die Morgensonne im Gesicht. Ständig halten wir kurz an, um das Panorama in uns aufzunehmen. Hier und da kurze Stellen, die mit Drahtseil versichert sind - nichts Ernstes und Danuta machts Spaß, ab und an kurz "anpacken" zu können. Der Weg gestaltet sich kurzweilig und landschaftlich grandios und überlaufen ist der Weg zu dieser noch frühen Stunde auch nicht.
Auch nach Norden können wir, gerade zu Beginn des Weges, herrliche Blicke ins Hintersteiner Tal genießen:
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Blick ins Hintersteiner Tal mit Gais- und Rauhhorn
und dem im Schatten liegenden Giebelzug.
Schließlich
sehen wir das erste Ziel unserer Tour vor uns - das Laufbacher Eck. Nicht viel
mehr als ein Grahügel über dem Grat ist es die höchste Erhebung
des Weges: 2111m hoch.
In Kehren ersteigen wir schließlich den Laufbacher Eck-Sattel, eine Einsattelung
zwischen Laufbacher Eck und Rotkopf bzw. der Schneckgruppe. Da hier viele Wanderer
picknicken dränge ich, gleich die fehlenden Meter zum Laufbacher Eck aufzusteigen.
Die beste Rundsicht hat man ohnehin von dort oben und Ruhe scheinen wir dort
auch eher zu finden als hier am Sattel. Nach einem kleinen Kurzaufstieg also
stehen wir auf dem Laufbacher Eck, es ist kurz vor elf Uhr. Bei immer noch starkem
Wind schaue ich in die Runde, das Panorama ist einfach phantastisch. Danuta
interessiert aber zur Zeit nicht, welcher Berg denn nun die Höfats ist
oder wo der Hochvogel zu sehen ist. Sie möchte sich bei Wasser und Broten
stärken und verlangt nach einer Pause. Soll sie haben!
Panorama vom Laufbacher Eck: Links die Fuckskarspitze
und der Hochvogel. Es folgen die Hornbachkette, Wildengruppe und Schneck und
rechts die Höfats, links davon die Mädelegabelgruppe in der Ferne.
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Wir picknicken also gemütlich, sind zunächst auch sogar alleine hier oben, genießen die Rundschau, machen Fotos und filmen. Das Panorama ist auch einfach toll: Hochvogelgruppe - Hornbachkette - Schneck - Höfats - Ifen - Nebelhorn und Hindelanger Klettersteig - Giebel - Rauhhornzug. Berge ringsrum! Man kann sich gar nicht losreißen, aber auch wir müssen weiter!
Danuta
und ich auf dem windigen Laufbacher Eck. Hinten rechts die Daumengruppe.
Vom
Laufbacher Eck geht's dann auf der anderen Seite des Sattels zunächst wieder
hinab, ständig die Hochvogelgruppe vor Augen. Der Weg leitet unschwierig
tiefer, aber recht steil und daher etwas mühselig. In Kehren verlieren
wir Höhe, bevor der Weg allmählich wieder verflacht und angenehmer
zu gehen ist. Weiter unten kann ich trotz des heißen und recht trockenen
Sommers dann doch noch ein Versprechen halten: mein Schatz kann einige Meter
durch Schnee waten und ist ganz begeistert: Schnee mitten im Sommer, das ist
zumindest ihr neu.
Bis auf 1840 m steigen wir und biegen dann rechts Richtung
Himmeleck ab. Der eigentliche Höhenweg verläuft geradeaus weiter:
er erreicht etwa bei der Schönberghütte seinen tiefsten Punkt mit
ungefähr 1600 Metern. Von dieser Hütte bietet sich Gelegenheit zum
vorzeitigen Abstieg Richtung Giebelhaus (1,5-2 Std.) oder eine weitere Abbiegemöglichkeit
zum Himmeleck. Bleibt man geradeaus auf dem Weg, steigt dieser ab dort wieder
allmählich und zuletzt stärker ansteigend zum Prinz
Luitpold-Haus an.
Wir aber wollen weiter zum Himmeleck-Sattel, den wir nach
einem ersten Anstieg und dann wieder verflachend in einer halben Stunde ab Wegabzweigung
erreichen. Der Sattel, 2007 m hoch gelegen, bietet neben frischem Wind in Sturmstärke
auch phantastische Nahblicke auf die Höfats, die sich ja seit dem Laufbacher
Eck nicht mehr gezeigt hatte.
Meine Neugier treibt mich noch höher: im Eiltempo
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steige ich Richtung Schneck höher und erreiche nach vielleicht zwanzig Minuten den Vorgipfel, von dem man fantastische Blicke auf den Hauptgipfel hat. Den Hauptgipfel selbst besteige ich nicht - diesen Gipfel möchte ich mit Thorsten, dem Webmaster von "gipfelstuermer.de" gemeinsam besteigen. Und unten wartet Danuta! Also mache ich noch rasch ein paar Filmaufnahmen und Fotos und eile wieder hinunter. Etwas wehmütig zwar, aber der Schneck ist bereits anders verplant...
Nachblick
vom Vor- zum Hauptgipfel des Schneck. Links hinten der Gr. Daumen, direkt darunter
das Laufbacher Eck.
Nach
einer Verschnaufpause geht's dann talwärts
Richtung Oytal. Die letzten beide Male bin ich stets zum Luitpold-Haus weiter
gegangen, der Weg über den Himmeleck-Sattel ins Oytal ist auch für
mich neu.
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Über einen guten Weg steigen wir in dieses beeindruckende Tal ab, das völlig von der Höfats bestimmt wird. Aber auch die Blicke auf die abweisenden Felswände der Wildengruppe, die ich nicht von dieser Seite kenne, lohnen. Der Weg ist recht gut zu gehen, wir treffen nur wenig Leute. Von hier kann man auch weiter zur Kemptner Hütte, ein noch langes Stück. Nach etwa anderthalbstündigem Abstieg, kurz vor 15:30 Uhr, erreichen wir die wunderschön gelegene Käseralpe auf 1406 Metern und stärken uns in der Gaststube mit frischer Milch und Skiwasser. Sonne hatten wir ja schon genug und mein Schatz scheint sich eh die Beine verbrannt zu haben.
Der Webmaster vor der Käseralpe.
Allein die Hütte lohnt auf jeden Fall einen Ausflug,
die Lage zwischen Wildengruppe, Höfats und dem abweisenden Himmelhorn mit
seinem steilen Rädlergrat (extreme Graskletterei im V. Grad) ist einfach
herrlich!!! Eine Hütte mit gemütlich-freundlicher Atmosphäre!
Gegen 16 Uhr brechen wir auf und machen uns auf den weiteren
Weg talauswärts. Der Fahrweg ist breit und verläuft nur leicht abfallend
weiter talwärts. Auch eine Herausforderung für Mountainbiker. Am Stuibenwasserfall
machen wir noch mal kurz Stop. Unser Weg führt uns am Seilhenker, einem
nordöstlichen Ausläufer der Höfats, vorbei in etwa einer Dreiviertelstunde
zur Guten-Alp, einer kleinen und einfach bewirtschafteten Alm auf etwa 1055m.
Gegen 17 Uhr sind wir schließlich am Oytalhaus (1006m), direkt unter den
beeindruckenden Seewänden gelegen. Oberhalb dieser Wände liegt der
Seealpsee, von hier nicht zu sehen. Wir rasten noch einmal kurz. So schön
der Abstieg auch war, allmählich verlangen unsere Füße nach
Ruhe. Aufgrunddessen zieht sich die nächste Stunde ganz schön, obwohl
der Weg am Oybach entlang wirklich schön zu gehen ist. Wirklich müde
sind wir auch nicht, aber mit Plattfüssen macht es keinen Spaß mehr.
Um 18:18 Uhr ist es endlich geschafft, als wir ziemlich ready den Wagen an der
Talstation der Nebelhornbahn erreichen. K.O. sind wir und haben genug für
heute, haben aber eben auch eine wunderschöne Tour unternommen.
Und eins noch: ganz ehrlich gesagt bin ich überrascht, dass sich mein Schatz nicht beklagt hat und noch nicht einmal einen Muskelkater davontrug. Für jemanden, der noch nie zuvor in den Alpen unterwegs war - ganz prima!!!
Fazit:
vor ihrem ersten Wanderurlaub in den Alpen sagte ich zu Danuta: "Wenn Dir
DER Weg nicht gefällt, kann ich Dir auch nicht mehr helfen!" - Er
hat ihr gefallen. Der Laufbacher Eck-Weg gehört sicher zu den absolut schönsten
Wegen in den Allgäuer Alpen. Bei trockenen Verhältnissen einfach kann
er bei viel Schnee und Nässe schnell sehr ungemütlich werden.