Erstbesteigung des Broad Peak am 9. Juni 1957

Bild: offizielle Grußpostkarte mit den Unterschriften der vier Teilnehmer.

Die Erstbesteigung des Berges über die Westrippe gelingt einer Miniexpedition, bestehend aus vier Österreichern: Markus Schmuck, Hermann Buhl, Kurt Diemberger und Fritz Wintersteller.

Die Expedition beginnt schwierig, da die Träger auf den letzten Kilometern zum Basislager streiken und das Team so in mehreren Tagesmärschen das gesamte Material alleine zum Berg tragen muss. Bereits hier wäre genau aus diesem Grund jede Großexpedition zum Schietern verurteilt gewesen. Ab dem Basislager wird nicht am Gipfelnur ohnehin auf Träger verzichtet, sondern auch auf Sauerstoffhilfe.

Marcus Schmuck´s Buch "Broad Peak 8047 m". Das Cover zeigt ihn selbst am Gipfel.

9. Juni: der Broad Peak ist zum ersten Mal bestiegen!!! (c) Fritz Wintersteller.

Der erste Gipfelversuch am 29. Mai bringt die Erstbesteigung des nur wenige Meter niedrigeren Vorgipfels. Erst hier ist ersehbar, dass man nicht auf dem Hauptgipfel steht, sondern eine weitere Graterhebung wenige Meter höher zu sein scheint. Aufgrund der späten Tageszeit entschließt man sich zum Abstieg, so dass die gesamte Mannschaft ins Basislager absteigt. Die Stimmung ist gedrückt: soll man nur weniger einer nur geringfügig höheren Graterhebung nochmals den gesamten Aufstieg auf sich nehmen? - Die Mannschaft bricht nochmals auf und erreicht auf inzwischen bekannter Route abermals den Gipfelbereicht des Broad Peak. Die Seilschaft Schmuck / Wintersteller erreicht als erste Seilschaft den Gipfel, kurz darauf, gegen 18 Uhr, auch Diemberger. Buhl bleibt zurück, seine Erfrierungen vom Nanga Parbat behindern ihn. War Buhl nochvor kurzem in Topform, hinkt er am Gipfeltag seiner Form hinterher. Beim Abstieg trifft Diemberger auf Buhl, der sich weiter nach oben kämpft. Gemeinsam mit Buhl steigt Diemberger nochmals zum Gipfel. Im letzten Licht des Tages erreicht auch Buhl, Diemberger zum zweiten Mal, den Gipfel. Kurz nach Mitternacht erreichen sie das Lager III.

das Gipfeltagebuch
Bild: Auszug aus dem Tagebuch von Fritz Wintersteller über den Gipfeltag. (c) Fritz Wintersteller.


Eine ganz großartige Leistung in einer kleinen, aber sehr starken Expedition!

Marcus Schmuck beim Aufstieg zum Skil Brum. Im Hintergrund der Broad Peak.(c) Fritz Wintersteller

Nach dem Gipfelerfolg trennt sich die Mannschaft: Schmuck und Wintersteller besteigen im lupenreinen Alpinstil den Siebentausender Skil Brum - auch hier eine Erstbesteigung.

Das Schmuck-Buch mit Signaturen von Marcus Schmuck, Fritz Wintersteller, Kurt Diemberger, Qader Saeed, Generl Buhl und Richard Sale.

Diemberger und Buhl versuchen eine Erstbesteigung der Chogolisa, müssen jedoch knapp unterhalb des Gipefls wegen hereinbrechenden Schlechtwetters umkehren. Im dichten Schneetreiben verlässt Buhl versehentlich die Spur und triit zu weit auf eine Wechte hinaus. Die Wechte bricht und Buhl stürzt tödlich ab - Buhl hat seine zweite Achttausender-Erstbesteigung nur achtzehn Tage lang genießen können.

 

 

50 Jahre später: am 9. Juni wurde in Salzburg das "Golden Jubilee" anlässlich des 50. Jahrestages der Erstbesteigung gefeiert. Anwesend waren aus der damaligen Mannschaft Fritz Wintersteller, Kurt Diemberger und der damalige pakistanische Offizier Qader Saeed. Für Hermann Buhl kam seine Witwe Generl Buhl mit ihren Töchtern, für Marcus Schmuck kam sein Sohn Reinhold Schmuck.

Daneben waren viele bekannte Bergsteiger-Persönlichkeiten vor Ort, wie z.B. Doug Scott, Prof. Norman Dyhrenfurth, Peter Wörgötter u.v.a.

Schmuckblatt, herausgegeben anlässlich des Jubiläums mit einer Auflage von etwa 500 Stück. Die darauf befindliche Sonderbriefmarke wurde mit einer Auflage von 3000 Stück produziert. Auf dem Schmuckblatt sind die Signaturen von Doug Scott, Kurt Diemberger, Richard Sale, Generl Buhl, Fritz Wintersteller und Qader Saeed zu sehen.

Werbeplakat anlässlich der 50-Jahr-Feier in der Mozartstadt Salzburg, zu der ich eigens aus Köln angereist bin.

Danke nochmals an Fritz Wintersteller jun. für die Erlaubnis, die entsprechenden Bilder hier zeigen zu dürfen.

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