Hans Kammerlander

Hans Kammerlander

Bild: bei einem Diavortrag in der Eifel im November 2001 (c) by Thomas Mitterer

Geboren am 6. Dezember 1956 in Ahornach / Südtirol als letztes von sechs Kindern. Auch heute noch dort wohnhaft, verheiratet mit Brigitte, keine Kinder.

Insgesamt kletterte Kammerlander über 2000 Routen in den Dolomiten bzw. den Alpen, einschließlich der großen drei Nordwände von Grandes Jorasses, Matterhorn und Eiger. Daneben viele große Dolomitenwände wie Drei Zinnen N-Wand, Marmolada Südwand und Civetta NW-Wand. Desweiteren an die 50 Erstbegehungen (die erste 1974 mit Sepp Volgger am Nordgrat der Großen Windschar) und sechszig (!) Solorouten im VI. Grad! 1982 dann die Chance, sich an den Achttausendern zu versuchen: mit Reinhold Messner erstieg Kammerlander in den Folgejahren sieben Achttausender und schaffte mit ihm unter anderem 1984 die erste Überschreitung zweier Achttausender ohne zwischenzeitlichen Abstieg ins Basislager: Gasherbrum I (Hidden Peak) und II. Die Traverse dauerte acht anstrengende Tage, ständig in Höhen oberhalb von 7500 Metern! Diese Besteigung wurde von Messner als seine größte bergsteigerische Leistung im Himalaya bezeichnet.

Kammerlander benutzte nie Flaschensauerstoff bei seinen Extremtouren. Seine Meinung zu diesem Punkt: "Nach Messners und Habelers historischem Aufstieg kann ich den Gebrach von künstlichem Sauerstoff nicht länger rechtfertigen, weil ich es in diesem Sport nicht für länger annehmbar halte."

Website: www.kammerlander.com

Gipfelbuch (Auszug):

1982 Cho Oyu (gescheiterter Winterversuch), erste Expedition für Hans.
1983 Cho Oyu (mit Reinhold Messner, sein erster Achttausender, erste Begehung der SW-Wand)
1984 Gasherbrum I & II: erste Überschreitung von zwei Achttausendern, gemeinsam mit Reinhold Messner.
1985 Dhaulagiri (mit Reinhold Messner)
Annapurna (erste Durchsteigung der Nordwestwand, mit Reinhold Messner)
1986 Makalu (mit Reinhold Messner und Friedl Mutschlechner)
Lhotse (mit
Reinhold Messner, der damit seinen 14. Achttausender bestieg)
1988 Cerro Torre (17 Std. für Auf- und Abstieg - bis dahin schnellste Besteigung)
1989 Punta Poincenot / Patagonien
1990 Nanga Parbat (erste Skiabfahrt von einem Achttausender)
1991 Manaslu (gescheiterter Versuch, Friedl Mutschlechner verunglückt durch Blitzschlag tödlich)
"Von Nord nach Nord" - Ortler-Nordwand und Große Zinne-Nordwand innerhalb von 24 Stunden, die knapp 250 km Distanz zwischen den Bergen wird mit dem Fahrrad zurück gelegt.
"Rund um Südtirol" mit Reinhold Messner:
1200 Kilometer, 10000 Höhenmeter in Auf- und Abstieg und etwa 3000 Gipfel in sechs Wochen!
1992 4 x Matterhorn - Besteigungen über alle vier Grate innerhalb von 24 Stunden, gemeinsam mit dem Schweizer Diego Wellig.
1993 Shivling in Indien (6543m), erste Besteigung des Nordpfeilers, zusammen mit Christoph Hainz
Ama Dablam (Expedition der Alpinschule Südtirol)
1994 Broad Peak (Skiabfahrt von 7000 Meter Höhe)
1996 Shisha Pangma (Skiabfahrt von 7400 Meter Höhe) - Akklimatisationstour für den Everest
Mount Everest, Gipfel am 24. Mai (Aufstieg von Norden, teilweise Skiabfahrt vom Gipfel!) Mit knapp 24 Stunden die damals schnellste Besteigung überhaupt.
1998 Kantsch (Skiabfahrt von 7500 Meter Höhe)
1999 Mutztagh Ata
K2 (Umkehr 150 Meter unterhalb des Gipfels wegen akuter Lawinengefahr)
2000 Erstbesteigung des Thang Ri, 6240m in Pakistan.
2001

Ogre, gescheitert.
K2, erfolgreiche Besteigung am 22. Juli über die schwierige Cesenroute in der Südwand, zusammen mit Jean Christophe Lafaille. Bei äußerst schlechten Bedingungen erreichen sie um 14:30 Uhr den Gipfel. Zehn Stunden brauchten sie für den Aufstieg von Biwak 2 auf 7900 Meter. Nach dem Gipfelgang steigen sie ins Biwak ab und erreichen am folgenden Tag das Basislager.

Bild rechts: Lafaille und Kammerlander auf dem Gipfel des K2. Hans´ langer Traum vom zweithöchsten Gipfel der Welt ist erfüllt, zudem über eine schwere Route! Nach gescheiterten Versuchen und viel Schlechtwetter hat es nun geklappt!!! (c) planetmountain.com

2002 Ama Dablam: gemeinsam mit dem ARD Morgenmagazin soll die erste Besteigung eines Himalaya-Gipfels LIVE ins deutsche Fernsehen übertragen werden. Hans Kammerlander und Kameramann Hartmann Seeber erreichen am 25. April um 9:14 Uhr deutscher Zeit den Gipfel. Der dritte Bergsteiger im Team, Hans Mutschlechner (Bruder des 1991 am Manaslu verunglückten Friedl M.), musste beim Gipfelanstieg aufgeben, weil Erfrierungen an den Füssen drohten.
2003 Expedition zum Nuptse-East. Wegen anhaltenden Schlechwetters und des nahenden Monsuns wird die Expedition am 21. Mai abgebrochen. Das russische Team, das ebenfalls eien Erstbesteigung versuchte, brach am Tag zuvor die Zelte ab: der 20. und 21. Versuch am Nuptse-East bleiben erfolglos.
2005 Ein Besteigungsversuch am noch unbestiegenen Jasemba (7400m, Cho Oyu-Gruppe) scheitert.
2006 Im Frühjahr unternimmt Kammerlander einen erneuten Besteigungsversuch am Jasemba. Das Team versichert bis auf 7100 Meter und will dann nochmals ins Basislager absteigen, um sich für den Gipfelanstieg zu erholen. Bei diesem Abstieg stürzt Temmitglied Luis Brugger (47 Jahre, war mit Kammerlander bereits am Ogre, Nuptse und 2005 am Jasemba) in etwa 6800 Meter Höhe ab und verunglückt tödlich.
2007

Nach zwei erfolglosen Versuchen am Jasemba gelingt Hans Kammerlander, gemeinsam mit Karl Unterkircher, im dritten Anlauf endlich die ersehnte Erstbesteigung des formschönen Gipfels: am 22. Mai um 15 Uhr Ortszeit gelingt nach 13-stündiger schwerer Kletterei ab Lager 1 (6100 m) der verdiente Gipfelerfolg.

Bild links: Kammerlander am Gipfel des Jasemba. (c) Hans Kammerlander.

Nur der Manaslu fehlt nun noch, um in den engen Kreis derer aufgenommen zu werden, die alle Achttausender dieser Erde bestiegen haben. Dies allerdings ist nicht Hans´ wichtigstes Ziel. Er will keine alten Wunden aufreißen, für ihn zählen wichtigere Dinge als dieser letzte Achttausender.

Bücher-Tipps:

Bergsüchtig:
346 Seiten (1999) Piper; ISBN: 3-492-04130-2
Preis: € 24,90

Am seidenen Faden:
354 Seiten (2004) Malik-Verlag; ISBN: 3-89029-276-3
Preis: € 22,90

Im Zentrum des Buches stehen seine missglückten Expeditionen zum K2 und schließlich seine erfolgreiche Gipfelbesteigung 2001.

Bergsüchtig

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