Heilbronner Weg - um 2500m

Zur Route: Der Heilbronner Weg ist der wohl hochalpinste Höhenweg im Allgäu und verbindet auf etwa 2500m verlaufend die Rappenseehütte mit der Kemptner Hütte. Allerdings befinden sich die Sicherungen nur auf dem Wegstück zwischen Steinscharte unterhalb des Hohen Lichts und der Bockkarscharte. Wird er bei Schlechtwettereinbrüchen zu einer ernsten Herausforderung, hatten Oliver und ich bei unserer Begehung 2000 wahres Traumwetter. 1995 ging ich das Teilstück zwischen Waltenberger Haus und Kemptner Hütte und machte den Abstecher auf die Mädelegabel. 1997 ging ich dann das eigentliche Kernstück zwischen Waltenberger Haus und Rappenseehütte. Nun, bei bestem Wetter, den gesamten Weg, allerdings auch mit entsprechenden Übernachtungen auf den jeweiligen Hütten, die ich mir in den vorangegangenen Jahren gespart hatte.

meine persönliche Kurz-Bewertung der Tour

Tagesübersicht

Freitag - Fahrt nach Oberstdorf & Aufstieg zur Rappenseehütte
Samstag - Besteigung des Hohes Lichts und Begehung des Heilbronner Weges bis zur Kempner Hütte
Sonntag - Abstieg zur Spielmannsau & Rückfahrt nach Mönchengladbach

Freitag, der 24. August 2000 Top

Mit meinem Schwager fahre ich von Mönchengladbach nach Oberstdorf, wo wir gegen 13 Uhr einen Parkplatz am Ortsrand gefunden haben. Wir ziehen uns rasch um und machen uns auf den Weg zum Busbahnhof, von wo wir einen Bus nach Birgsau nehmen wollen. Der nächste Bus geht erst um 13:30 Uhr, Zeit genug also, um noch etwas Obst und den Gipfelschnaps zu kaufen. Wir schlendern durch die Straßen und bei mir kommen Erinnerungen an meinen letzten Aufenthalt in Oberstdorf auf.
Um halb zwei lösen wir also die Tickets, die uns ins Stillach-Tal nach Birgsau (956m) bringen. Unterwegs steigen die Leute ein und aus, bis in Birgsau schließlich jene übrig bleiben, die für den Tag wie wir auch noch einen Hüttenaufstieg auf dem Programm haben. Unterwegs kann ich auch Blicke auf die wilde und unnahbare Gestalt des Schneck werfen. Ist er an Höhe mit seinen etwa 2200 Metern nicht mehr als Allgäuer Mittelmaß, so stellt er doch wegen seiner Unnahbarkeit eine der interessantesten und schönsten Berggestalten in den Allgäuer Alpen dar. Ich glaube, dass ich in diesem Moment, bei diesem Anblick beschlossen habe, einmal auf seinem Gipfel zu stehen. Ich weiß wohl, dass jeder Anstieg absolut sicheres Gehen und Schwindelfreiheit voraussetzt. Trotzdem gibt es auch einen recht leichten Anstieg auf seinen begrünten Gipfel, der auch für mich machbar sein sollte.

Dreigestirn

Nach zwanzigminütiger Fahrt erreichen wir Birgsau und beginnen sogleich mit unserem Weg zum heutigen Tagesziel - der Rappenseehütte, auf 2093 Metern gelegen. Die Sonne ist doch recht warm und wir kommen recht bald ins Schwitzen, auch wenn sich der erste Teil des Anstieges bis zur Kleinsiedlung Einödsbach recht flach gestaltet. In Einödsbach machen wir kurze Fotopause, weil man von hier einfach einen herrlichen Blick auf die Mädelegabelgruppe mit Trettachspitze, Mädelegabel, Hochfrottspitze und Bockkarkopf genießen kann.

Das sogenannte Dreigestirn der Allgäuer Alpen mit Trettachspitze, Mädelegabel und Hochfrottspitze.

Die Lamas, die hier früh morgens üblicherweise rumlaufen, sind nun verschwunden, wahrscheinlich wegen der noch vorhandenen Tagesgäste. Hinter dem Gasthof überholt uns ein Mädel, die wir während unseres Aufstieges noch häufiger sehen werden. Zügiges Tempo!
Alsbald geht es steiler bergan und wir haben in der sehr warmen Nachmittagssonne mächtig mit den Schweißperlen zu kämpfen. Trotzdem, das Gefühl, endlich wieder in den Bergen unterwegs zu sein, ist einfach herrlich.
Jeder läuft während des Aufstieges sein eigenes Tempo, was dazu führt, dass ich immer etwas voraus steige und ab und an Oliver nachkommen lasse. So ist es besser, als wenn sich einer mühsam an das Tempo des anderen gewöhnt.

Wir kommen recht gut voran und lassen das Tal immer weiter unter uns. Gegen kurz nach 16 Uhr erreiche ich die Enzianhütte auf 1804 Metern, unser Zwischenziel, wo wir erst einmal gemütlich rasten wollen. Da Oliver noch nicht da ist, nutze ich die Gelegenheit, noch ein paar Bilder zu machen. Gerade der Blick talauswärts nach Oberstdorf und Sonthofen ist beeindruckend, aber auch auf die auf der anderen Talseite liegenden Schafalpenköpfe, die Gipfel des Mindelheimer Klettersteiges.
Klar, dass wir unseren bisherigen, recht schnellen Aufstieg mit einer zünftigen Radlermaß begießen, die uns Friedl ausgibt. Was für ein Genuß nach 850 Höhenmetern Aufstieg! Ich eröffne ein neues Tourenbuch, wo sogleich der erste Hüttenstempel Eingang findet und kaufe noch ein paar Postkarten. Draußen haben wir rasch einen neuen Freund gefunden: ein kleiner Buab, der wohl zum Hüttenpersonal gehört und uns genauestens seine Sonnenbrille erläutert.
Nach etwa dreiviertelstündiger Pause machen wir uns auf den Weiterweg zur Rappenseehütte. Zunächst recht flach queren wir die Hänge unterhalb der Hütte und steigen schließlich nochmals in steileren Serpentinen bergauf und haben schließlich nach einer weiteren knappen Stunde die Hütte erreicht.
Als erstes gibt es natürlich ein kühles Getränk und die wohlverdiente Ruhepause. Ich hänge mein völlig durchgeschwitztes T-Shirt zu den anderen, die bereits zum trocknen in der Sonne liegen. Oliver kümmert sich später um zwei Nachtlager, die wir dann auch im renovierten Anbau der Hütte einnehmen. Nachdem wir uns umgezogen und frisch gemacht haben, gehen wir nach draußen. Heute ist Grillfest auf der Hütte und so gibt es auch für uns Kartoffelsalat und Grillwurst, dazu natürlich das obligatorische Bier. Wir setzen uns etwas abseits der Hütte, um ein wenig Ruhe zu haben und den wunderschönen Blick hinab ins Tal genießen zu können. Das Essen ist wirklich lecker, allerdings ist eine enorme Menge an Zwiebeln unter den Salat gemischt. Wozu das in der Nacht (!) oder spätestens am nächsten Tag führt, ist uns natürlich klar!!!

Rappenseehütte

Inzwischen ist auch in den Bergen das Zeitalter der Kommunikation vollends eingezogen - jeder Zweite scheint mit seinem Handy vor der Hütte seine Runden zu drehen, auf der Suche nach gutem Netzempfang. Schon ein seltsamer Anblick und ein kaum zu glaubender Wandel seit meinem letzten Bergurlaub. Ich kann mich nicht erinnern, vor drei Jahren auch nur einen Bergwanderer mit Handy gesehen zu haben. Na ja, solange die Dinger nicht nachts klingeln und piepen!
Allmählich geht die Sonne unter und ich nutze die Gelegenheit, einige schöne Momente auf Dias zu bannen. Dann ist es irgendwann völlig finster, obwohl die Hüttenruhe um 22 Uhr noch fern ist. Wir setzen uns auf eine Bank auf einer nahe gelegenen Anhöhe und reden
Es ist schon spät, da kommt eine Gruppe junger Leute zu uns und setzt sich an den Tisch. Wir kommen gleich ins Gespräch, bei dem ich mich allerdings etwas zurück halte. Nach meinem Bierpensum des heutigen Abends kann ich zwar noch klare Gedanken fassen, aber die Koordination der Sprachausgabe leidet inzwischen doch. Und das muß ja nicht gleich jeder mitkriegen! Na wenigstens kann sich Oliver noch klar artikulieren. Schließlich verabschieden wir uns auch von der Gruppe. Die werden am nächsten Tag den gleichen Weg vor sich haben, so dass wir uns sicher noch begegnen werden.

Die Rappenseehütte im letzten Abendlicht.

Müde stolpern wir kurz vor 22 Uhr in unser Nachtlager. Überall sind die Lampen erloschen, so dass alles mit Vorsicht gemacht werden muß. Es soll eine unruhige Nacht werden, denn wenn man nicht vor den ersten Schnarchern eingeschlafen ist ...

nach oben!!!

Samstag, der 25. August 2000 Top

Um sechs Uhr in der Früh meldet sich mein kleiner Wecker an der Armbanduhr. Gott sei Dank ist diese Nacht zuende! Ich habe nur etappenweise schlafen können und mußte einmal im stockfinsteren raus auf die Toilette, in der natürlich auch kein Licht brannte. Also bleibt einem nichts anderes, als in die Dunkelheit zu pissen und sich akustisch von der Zielsicherheit zu überzeugen. Glücklich sind da die, die eine Taschenlampe dabei haben und diese nicht daheim vergessen haben.
Auch am nächsten Morgen noch brennt nirgendwo Licht. Aber die Sonne kommt halt langsam zum Vorschein und spendet ein bescheidenes Maß an Helligkeit. Auch Oliver ist irgendwann wach und muß mir mitteilen, dass auch ich zu den nächtlichen Schnarchern gehört habe. Zum einen ist mir das unangenehm, zum anderen hätte es nichts geändert, wenn ich nicht geschnarcht hätte. Also kein Grund zu peinlicher Röte!
Um 6:30 Uhr sitzen wir beim Frühstück. Jeweils eine Scheibe Grau-, Schwarz- und Knäckebrot mir Marmelade, Käse und Aufschnitt. Dazu einen halben Liter Milch. Schon interessant, was andere Leute so den Berg mit hinauf bringen: Besteck, die eigenen Teller... Und erscheinen beim Frühstück mit sauber gelegten Haaren und wahrscheinlich frisch aufgelegtem Nagellack. Na, jeder wie er will!
Um 7:11 Uhr ist es soweit: Aufbruch!
Wir reihen uns in die aufsteigenden Gruppen ein, die langsam bergauf steigen. Obwohl die Luft, zumal wir an der Nordseite und damit im Schatten steigen, zu dieser frühen Stunde noch sehr kühl ist, habe ich mich gleich nur für T-Shirt und kurze Shorts entschieden. Ich weiß, dass ich auch so schnell warm werde und ins schwitzen komme. Allmählich steige ich voran, will meinen Rhythmus finden. Hier und da überhole ich Bergsteiger. Meine Kondition hat sich gefestigt, seit ich vor zwei Jahren mit dem joggen angefangen habe. Ich würde gar nicht mal behaupten wollen, dass ich jetzt schneller bin, als früher. Aber ich bin bei etwa gleichem Tempo nicht so schnell außer Puste wie früher.

Der Abstand zwischen Oliver und mir wird langsam größer. Trotzdem steige ich voran. Jeder von uns kann auf sich selbst aufpassen, zumal ja genügend Wanderer unterwegs sind. Und unsere Vereinbarung, dass jeder sein persönliches Tempo gehen sollte, ist in einer solch kleinen Gruppe wie bei uns eine vernünftige Lösung. Spätestens wenn der Gipfelaufstieg vom Heilbronner Weg abgabelt, werde ich auf Oliver warten.
Das Hohe Licht, unser erstes Ziel ist schon längst zu sehen. Gut ist der Weg zu erkennen, der zuerst nur mit mäßiger Steigung die Bänder der Nordwand quert und schließlich am westlichen Rücken des Berges zum Gipfel leitet. Die Verhältnisse sind ohnehin sehr gut, die Schneefelder fast völlig abgetaut. Vor drei Jahren hatte ich, in der entgegengesetzten Richtung gehend weit mehr Schnee, noch beim Abstieg zur Rappenseehütte. Das letzte Stück zur Weggabelung ist noch mal steiler und führt in engen Serpentinen höher. Ich habe zwar meine Skistöcke dabei, will sie aber nicht benutzen, um absichtlich meine Beinmuskulatur zusätzlich zu belasten. In zwei Wochen findet der Berlin-Marathon statt, an dem ich teilnehmen will und so sehe ich in unserem Ausflug auch eine willkommene Gelegenheit für ein Langzeit-Ausdauertraining.
An der Weggabelung, die um 8:06 Uhr erreicht ist, machen wir kurz Trinkpause. Oliver hatte zuerst vor, die Rucksäcke hier zurückzulassen. Mir ist dabei aber dann doch nicht so wohl und so steigen wir mit vollem Gepäck weiter. Kurz vor uns geht ein Vater mit seinen beiden Kindern, wobei das ältere Mädchen sicher nicht älter als zehn Jahre ist. Eine ganz tolle Leistung, zumal die drei wie wir noch den Heilbronner Weg gehen werden und wir die drei so noch häufiger sehen werden.

Hohes Licht - 2652 m Top

Gipfel des Hohen Lichts!

Als wir die Nordwand gequert haben und wir den breiteren Gipfelrücken erreichen, wird urplötzlich die Sicht nach Süden frei. Was für eine Sicht! Unglaubliche Bilder prasseln da auf mich ein, die ich zuerst gar nicht verarbeitet kriege. Ich höre mich nur "Wahnsinn!" sagen. Und das bei diesem Traumwetter! Wie schön wird da wohl das Gipfelpanorama sein?
Das jetzt mein Puls steigt, ist auch diesem grandiosen Panorama zu verdanken. Über grobe Bänder, ähnlich wie am Westdach des Hochvogel, geht es rasch höher, wobei zwischenzeitlich schon mal das Gipfelkreuz zu sehen ist. Zum Schluß dann doch außer Puste erreiche ich um 8:36 Uhr den Gipfel des zweithöchsten Allgäuer Gipfels und schaue fassungslos in die Runde. Ich lasse ein Gipfelfoto von mir machen, darauf bestehend, dass der Hochvogel mit aufs Foto kommt. Der Hochvogel, der sich gerade von hier als elegant aus dem Gipfelmeer aufsteigende Pyramide zeigt, ist und bleibt mein absoluter Traumgipfel.
Einige Minuten später ist auch Oliver ganz oben. Wir schauen in die weite Runde und lassen unseren Blick über die zahlreichen Gipfel der Lechtaler und Allgäuer Alpen wandern. In der Ferne das massige Zugspitzmassiv. Bergkette an Bergkette reiht sich aneinander bis hin zu den gletscherbedeckten Gipfeln Tirols. Weit weit in der Ferne vermute ich das Ortlermassiv zu erkennen, das wohl auch von hier aus zu sehen sein soll. Wenn nicht bei solchem Wetter, wann dann?

am Gipfel des Hohes Lichts, hinten links der Hochvogel.

Mit uns am Gipfel ist auch ein braun-gegrillter Führer, der seine Gruppe hier hochgepeitscht hat. Auch sie werden wir noch bis zur Kemptner Hütte einige Male wiedersehen. Oliver und ich haben nur Unverständnis für diesen Typen übrig, der aufgrund seines Tempos niemals alle Mitglieder seiner Truppe unter Kontrolle haben kann.
Nach der Gipfelrast, bei der natürlich auch der in Oberstdorf gekaufte Obstler zum Einsatz kommt und wir uns ins Gipfelbuch eintragen, steigen wir wieder ab und haben nach gut zwanzig Minuten (!) wieder die Weggabelung erreicht. Irgendwo dort kommt uns auch die Gruppe entgegen, die wir gestern Abend kennen gelernt haben. Sie wollen auch noch aufs Hohe Licht. Kurz hinter der Gabelung, als es dann also auf den eigentlichen Heilbronner Weg geht, das erste kleine Schneefeld. Die vor uns gehende Gruppe macht mir wieder klar, dass nicht jeder auf diesen Weg gehört, der nun einmal mehr als einen normalen Höhenweg darstellt. Sichtlich unsicher tasten sich einige Mitglieder der Gruppe über den harten Firn und lassen uns auch danach passieren.

Recht bald, schon nach zehn Minuten war ich am "Heilbronner Thörle", einem schmalen Felsspalt, durch den man halt durch muß. Wahrlich nichts für Leute mit extremen Übergewicht. Aber auf jeden Fall immer wieder ein dankbares Fotomotiv. Noch gingen wir im Schatten, aber bald würden wir uns der Grathöhe nähern und dann auch in der Sonne gehen können.
Nach weiteren zehn Minuten und nun eben bereits in der Sommersonne gehend, erreiche ich die "Leiter", die wahrscheinlich spektakulärste Stelle des Weges. Die Leiter darf auf keiner "Heilbronner Weg" - Postkarte fehlen, dabei ist es doch nun mal nicht mehr als eine stinknormale Sprossenleiter, mit der man/frau einen Felsturm überwindet, der sonst Kletterei verlangen würde.

Oliver auf der Brücke

Na ja, auf jeden Fall lasse auch ich von mir ein Angeberfoto machen, das ja ach so gefährlich aussieht. Gleich nach der "Leiter" kommt dann noch die "Brücke", über die man dann auf den Steinschartenkopf in 2615 Metern Höhe gelangt. Ein klassischer "via ferrata" (in den Dolomiten gebräuchlicher Ausdruck für Klettersteig) ist das ja nicht, aber so ein bisschen Eisengeherei macht schon Spaß und verleiht der ganzen Route gleich etwas Wildheit.

Die Brücke am Heilbronner Weg, hinten das Hohe Licht, ganz rechts der Biberkopf.

Auf dem Steinschartenkopf, den wir denn auch um 10:10 Uhr erreichen, machen wir noch mal kurze Rast und können es kaum glauben, dass wir vor einer Stunde noch auf dem Hohen Licht gestanden haben. Ein anderer Bergsteiger, der seines Weges geht, macht den Zwiebeln im gestrigen Kartoffelsalat unbeschwert Luft und lässt alles raus, was da eben nach draußen will. Wir werden es schon nicht weiter sagen.

Vom Steinschartenkopf führt der weitere Weg erst mal wieder bergab zur Socktalscharte. Von dieser leitet ein Notabstieg zum Waltenberger Haus hinab, den Andrea wohl noch in schlechter Erinnerung haben dürfte. Im vergangenen Jahr haben Oliver und Andrea diesen Weg bei weit mehr Schnee als jetzt als Abstieg zur Hütte gewählt.
Der Abstieg zur Scharte gestaltet sich als steil aber gut zu gehen. Und bislang gibt es auch nicht allzu viel Gegenverkehr auf dem Weg. So steigen wir also den versicherten Weg hinunter bis zur Socktalscharte, die um 10:40 Uhr erreicht ist. Aufgrund des Platzmangels ist es kein besonders guter Platz für einen gemütlichen Aufenthalt, so dass wir uns gleich an den Weiterweg machen. Dem Abstieg folgt ein erneuter Aufstieg auf eine erneute Erhebung, die ich zuerst für den Bockkarkopf halte. Erst als oben angekommen bin, sehe ich, dass sich vor der Bockkarscharte noch ein weiterer Berg aufbaut. Erst beim nächsten Gipfel kann es sich also um den Bockkarkopf handeln, von welchem der Weg dann zur gleichnamigen Scharte hinableitet und das Ende des Kernstücks des Heilbronner Weges markiert. Ein junges Pärchen kreuzt unseren Weg und allem Anschein braucht sie eine Pause, was er aber einfach ignoriert. Sie kontert nur mit der Bemerkung, dass sie sicher am Ende des Urlaubes fünf Kilo abgenommen hat und ihre Cellulites bereits jetzt besser geworden sei - na, so schlimm kann es bei ihr nicht sein!

Wir nehmen also einen erneuten Abstieg in Angriff, der uns auf der Nordseite wieder einige Meter hinab führt. Auch hier sind zahlreiche Drahtseil-Versicherungen angebracht, die helfen sollen, die etwas steileren Passagen problemlos überwinden zu können. Alsbald geht es wieder bergauf und der Gipfel des Bockkarkopf (2609 m) ist bereits zu sehen. Oben nutzen viele Leute den schönen Aussichtspunkt für eine Mittagsrast und auch besagter Führer trifft bald mit seinen Mannen ein. Es ist nun 11:20 Uhr.
Von hier lässt sich recht gut der Heilbronner Weg überblicken, zum einen zurück Richtung Hohes Licht, zum anderen der weitere Wegverlauf Richtung Mädelegabelgruppe.

Blick zum Bockkarkopf

Blick Richtung Nordosten und den weiteren Wegverlauf!

Oliver und ich stärken uns bei einem wunderschönen Blick mit Brot und Jägerli. Tief unten ist das Waltenberger Haus zu sehen und in der Runde zeigen sich die Gipfel unter einem nach wie vor wolkenlosen Himmelsblau. Nach und nach kommen immer mehr Leute auf den Gipfel und schließen sich dem Gedanken an, hier oben die Mittagsrast zu verbringen. Ich dränge etwas zum Abstieg, da es mir hier oben allmählich zu voll wird. Wenn ich eins nicht leiden kann, dann sind es lärmende Menschenmassen auf einem Berg. Auf der Hütte ist lautes Gelächter ja okay, aber hier oben stört das nur. Die geführte Gruppe macht sich auch wieder zum Weitermarsch bereit, so dass ich mich beeile, den Rucksack aufzuschnallen. Ich möchte nicht in einer solchen Gruppe, die im Schnitt doch langsamer gehen als wir, bis zur Bockkarscharte gefangen sein. Kurz nach zwölf steigen wir zur Bockkarscharte ab. Im Eile des Gefechtes versteige ich mich zu Beginn des Abstieges ein wenig, was mich in lockeres Geröll abseits des rot markierten Weges bringt. Allerdings zeigt sich so wieder, dass die meisten der Gruppe hinter mir wahrscheinlich tatsächlich nicht allzu viel Erfahrung in den Bergen haben.
Gedankenlos und ohne selber auf irgendwelche Markierungen zu achten, steigen sie mir nach und merken dann auch, dass sich der Steig einige Meter weiter rechts befindet. Irgendwie habe ich meinen Spaß daran. Kleine Schadenfreude!

Blick Richtung Südwesten

An der Bockkarscharte, die nach zwanzig Minuten erreicht ist, lasse ich Oliver nachkommen und muß so auch die Gruppe an mir vorbei ziehen lassen. Aber Oliver hatte beim Abstieg natürlich auch keine Möglichkeit, die anderen zu überholen. Dafür ist der Steig hier viel zu schmal. Ich muß daran denken, das ich vor drei Jahren das letzte Mal diesen Blick gehabt habe. Damals habe ich auf dem Weg zum Waltenberger Haus einen Mann aus Bremen kennen gelernt, mit dem ich dann gemeinsam zur Scharte aufgestiegen bin. Hier haben sich unsere Wege dann getrennt, er ist weiter zur Mädelegabel und ich über den Heilbronner Weg zum Hohen Licht.

Blick zurück Richtung Hohes Licht, rechts der Biberkopf.

Leider gehört die Gruppe zu jenen Vertretern, die einen offensichtlich schnelleren Wanderer auch dann nicht vorbei lassen, wenn man seinen Atem schon fast im Nacken hat. Bleibt also nichts weiter, als an breiteren Wegstellen zu überholen, will man nicht dauernd im Pulk laufen. Bald erreichen wir den Schwarzmilzferner unterhalb der Mädelegabel. Kein Ferner (= österreichisches Wort für Gletscher) im eigentlichen Sinne, sondern nur ein großes, recht flach nach Süden abfallendes Schneefeld, das gequert wird. Entweder man rutscht das leicht fallende Schneefeld hinab, oder man steigt, die Fersen in den Firn hauend, hinunter. Erstere Variante ist sicher gemütlicher, erhöht aber auch die Gefahr, auf dem Hosenboden zu landen und dabei eine schlechte Figur zu machen. Passieren kann hier nicht viel, aber es sieht halt dämlich aus, wenn man hinfliegt!
An der Abzweigung vergewissere ich mich bei einem Führer zur Sicherheit, wohin die Wege führen: rechts geht es weiter zur Kemptner Hütte, links auf den kleinen Sattel am Fuße des Mädelegabel-Ostgrates. Der Führer meint so etwas zu mir wie: "Du hascht doch sicher schon a Mädele, oder? Da muscht ja net hia noch nauf" Recht hat er, und trotzdem: einerseits würde ich gerne noch diesen Gipfel "mitnehmen", andererseits will ich heute eventuell noch auf den Großen Krottenkopf. Und dann wird die Zeit doch knapp, gehe ich jetzt noch auf die Mädelegabel. Zumal ich für fünf Jahren bereits auf dem Gipfel gestanden habe, wenn auch nicht bei so traumhaften Wetter. Also weiter zur Kemptner Hütte. Leider fällt mir erst viel zu spät ein, dass der Name "Mädelegabel" gar nichts mit "Mädel", also Mädchen zu tun hat, sondern damit eine kleine Mähwiese am Fuße des Berges gemeint ist. Soviel zur Etymologie des Berges.
Über den ferner geht es noch ein Stück bergab, bevor wir wieder festen Boden unter den Füßen haben. Oliver fragt schon, da er ohne Sonnenbrille geht, wie lange es noch durch den Schnee geht, da er eine beginnende Schneeblindheit habe. Na ja, Schneeblindheit wird es schon nicht sein, da hiermit eine extrem schmerzhafte Entzündung der Bindehaut gemeint ist. Ich muß bei seiner Bemerkung an Reinhold Messner denken, der sich bei der ersten Everest-Besteigung "by fair means" 1978 eine schlimme Schneeblindheit zugezogen hatte, da er zum fotografieren und filmen immer wieder die Schneebrille abgezogen hatte und sich so der starken UV-Strahlung in diesen Höhen ausgesetzt hatte. Aber ich weiß, was Oliver meint, denn die Reflexionen auf dem Schnee sind doch ganz enorm und blenden das Auge eben sehr.

In der Schwarzen Milz

Rückblick auf die Mädelegabel-Gruppe aus der Schwarzen Milz. Rechts die markante Trettachspitze. Der Charakter wechselt von Schnee und Fels zu grünen kargen Matten.

Nachdem wir nun die aufregendsten Passagen des Heilbronner Weges hinter uns haben, steht uns zunächst ein Abstieg zur "Schwarzen Milz" bevor. Recht schnell verlieren wir an Höhe, immer schöne Blicke auf Krottenkopf und Kratzer genießend. Als wir den Abstieg hinter uns haben, machen wir zunächst einmal an einem kleinen Bach Pause, trinken. Ich habe es mir zur Angewohnheit gemacht, mein Cappy, wenn sich die Gelegenheit bietet, ins kalte Wasser zu tauchen. Das bringt Erfrischung und Abkühlung für den Kopf, denn die Sonne brennt doch ganz ordentlich. Einige Leute scheinen selbst jetzt noch in Richtung Heilbronner Weg aufsteigen zu wollen und müssen nun in der Mittagshitze die Hänge zum Schwarzmilzferner hinauf. Ich nutze die Bewegungsfreiheit, die wir hier haben, um meine Blase zu entleeren.
Der Weiterweg gestaltet sich nun etwas flacher, aber auch etwas eintöniger - die spektakulärsten Abschnitte sind geschafft. Trotzdem bekommen wir immer wieder schöne Eindrücke präsentiert. Auch der Rückblick zu der hinter uns liegenden Mädelegabel-Gruppe (Bild links, für die Bergnamen bitte Maus über das Bild führen!) lohnt immer wieder. Allmählich bekomme ich allerdings Plattfüße, ich bin das lange Wandern in den Bergstiefeln nach dreijähriger Abstinenz nicht mehr gewöhnt.

Konditionell habe ich keine Probleme, aber die Fußsohlen verlangen halt nach sitzender Tätigkeit. Na, die Biere heute Abend werden wir schon nicht im Stehen trinken müssen!
So langsam schwindet in mir auch der Wunsch, den Großen Krottenkopf noch zu besteigen. Auch ihn kenne ich ja bereits von vor drei Jahren, hatte damals am Gipfel aber leider viele Wolken und habe an sich nur im Nebel gestanden, so dass ich die Allgäuer Nr. 1 gerne bei solchem Traumwetter wiederholen würde. Ich rechne: Aufstieg alleine und mit nur leichtem Gepäck in maximal zwei Stunden, Gipfelrast, Abstieg in anderthalb Stunden. Inklusive aller Pausen wird unter viereinhalb Stunden wohl nichts gehen. Und da es in den Bergen inzwischen beizeiten recht früh dämmert, müßte ich schon kurz nach Erreichen der Hütte wohl wieder los. Das Ganze würde dann doch mehr in Streß als in schönem Bergerlebnis ausarten.
Irgendwann sind wir am Mädele-Joch (1974m) und sehen zum ersten Mal die Kemptner Hütte, noch etwa 150 Meter unter uns liegend. Wir machen nochmals Pause, setzen uns ins Gras und trinken den letzten Rest unserer Getränke. Der Große Krottenkopf ist hier mit seiner mächtigen Westwand der alles dominierende Gipfel. In Gedanken gehe ich die Route bis zum Gipfel ab, doch innerlich habe ich wohl schon mit dem Gedanken abgeschlossen, heute noch auf sein Haupt zu steigen.
Schließlich nehme ich das letzte Stück zur Hütte in Angriff, während Oliver noch ein wenig rastet. Schnell nähere ich mich der Hütte und bin nach weiteren 20 Minuten, um 14:53 Uhr, am Ziel des heutigen Tages. Ich setze mich auf die Sonnenterasse, lege den Rucksack ab und bestelle mir erst einmal zwei Halbliterbecher Skiwasser zum Durst löschen. Nach einer Viertelstunde kommt auch Oliver und nachdem der erste Durst gelöscht ist, besorgen wir uns ein Bett für die Nacht. Während andere um ihre Lager kämpfen, bekommen wir als Alpenvereins-Mitglieder zwei Betten in einem Sechsbettzimmer reserviert. Nach der unruhigen letzten Nacht und dem anstrengenden Tag wollen wir heute nacht gemütlicher und vielleicht auch ruhiger gebettet sein.

Da im Waschraum noch nicht allzu viel Betrieb ist, nutzen wir die Gelegenheit für eine Wäsche. Auch hier gibt es nur eiskaltes Wasser, was das Haare waschen schon fast zur schmerzhaften Sache macht. Trotzdem, hinterher fühlen wir uns frischer und wohler und können nun zum gemütlichen Teil des Tages übergehen. Obwohl es noch recht früh ist, bestellen wir uns schon jetzt unser Essen: selbstgemachte Flädle-Suppe und danach das heutige DAV-Mitgliederessen: Bockwurst mit Sauerkraut und Kartoffelpüree. Ungemein lecker, zumal wir ja auch den Tag über nicht viel gegessen, sondern mehr getrunken haben. Normalerweise würde ich einen solchen großen Teller nicht komplett verspeisen. Aber heute ...

Irgendwann sehe ich dann auch unsere Freunde vom Vortag auf der Terrasse sitzen. Wir setzen uns zu ihnen und erzählen von unseren heutigen Heldentaten. Während wir so unsere Bierkrüge leeren und teilweise echt Nachschub-Schwierigkeiten haben, weil sich zwischenzeitlich keiner so recht für unseren Tisch verantwortlich fühlt, unterhalten wir uns angeregt und haben viel zu lachen. Dabei kriege ich vor allem von Ruth interessante Tipps in Sachen Nepal. Sie hat unter anderem schon den Khumbu-Trek zum Kala Pattar im Sagarmatha-Nationalpark gemacht und die Annapurna umrundet.

Hüttengaudi

Unsere Bedienung, die Tochter des Hüttenwirtes, hat wirklich alle Hände voll zu tun. Ihr fröhlich-hektisches "Mögget ihr noch was?" wird zum Ohrwurm des Abends. Irgendwann entschließen wir uns, den kleinen Grashügel hinter der Hütte zu erklimmen. Nur Oliver und Ruth halten die Stellung auf der Terrasse. So jagen wir also den Grashang hinauf, der gerade im oberen Teil doch ganz schon steil ist. Da muß ich mit meinen Romika-Trettern doch aufpassen, wo ich meine Füße hinsetze. Oben haben wir noch mal eine nette Rundsicht und sehen aber auch die dünne Wolkendecke in der Ferne. Daher läßt es sich auch heute Abend vergeblich auf einen schönen Sonnenuntergang wie am Vorabend warten. Allmählich wird es doch rasch dunkel und ich entschließe mich zur Rückkehr zur Hütte. Die anderen kommen dann auch gleich mit und wir merken, dass der Abstieg sich als gar nicht so einfach gestaltet. Mit meinen Leinenschuhen diese steilen und durch den abendlichen Tau inzwischen feuchten Grashänge hinab, und zudem bei 80%-iger Dunkelheit muß ich doch sehr aufpassen, wenn ich mir nicht noch rasch blutige Schürfwunden holen will. Erst weiter unten wird es wieder flacher und schlußendlich haben wir es dann ja auch alle heil hinab geschafft. Die weitere Trinkerei verlegen wir dann ins Innere der Hütte. Oliver scheint ja noch in keiner Weise in Mitleidenschaft gezogen, während ich merke, wie die Promille mit jedem "Humpen" ansteigen.

gemütlicher Abend auf der Kemptner Hütte. Links in gelb Oliver, ganz rechts ich.

Auch merke ich an diesem Abend wieder, was für einen angenehmen Humor Oliver hat. Ich komme auf jeden Fall gut mit ihm klar und habe schon jetzt viel Spaß an diesem Wochenende gehabt. Zum Schluß macht dann noch ein Schnaps die Runde, bis wir endlich bezahlen und ins Bett dürfen. 7 Bier und 3 Radler (darunter ein Maß) stehen auf unserem Zettel zu Buche.
Reichlich müde und beschwipst folge ich Oliver die Treppen hinauf ins Schlafquartier, nachdem wir uns von unseren Freunden verabschiedet und uns für den nächsten Morgen am Frühstückstisch verabredet haben.
Ganz schön K.O. falle ich gegen 22 Uhr ins Bett!

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Sonntag, der 26. August 2000 Top

Als morgens um 6:00 Uhr mein Wecker klingelt, überhöre ich diesen ganz ignorant und werde erst gegen 6:30 Uhr von Oliver mit einem netten Stoß in den Rücken geweckt. Das erste, was ich merke ist, dass ich mich ganz schön elend fühle. Hundemüde (woher wollen die Leute wissen, dass Hunde immer müde sind?) und mit einem Kater, den man auch nicht einfach von der Hand weisen kann. Zudem geben sich die Berge draußen bereits in Wolken gehüllt, was heute nacht, als ich zweimal Bier weggebracht habe, noch nicht der Fall war. Also ein rundum gelungener Morgen. Zumal im

Abstieg im Nebel

Waschraum Hochbetrieb herrscht und ich mir noch nicht mal kaltes Wasser ins Gesicht kippen kann. Mein letzter Strohhalm, an diesem Morgen noch irgendwann wach zu werden, hängt an Olivers Instant-Kaffee.
In der Stube wird schon eifrig gefrühstückt und als ich mir so die Brote, die Milch und den Kaffe einverleibe, merke ich, wie sich mein Zustand doch wenigstens etwas bessert. Unsere Freunde kommen natürlich nicht wie verabredet um 7:00 Uhr zum Frühstück, sondern sind erst soweit, als wir uns nur noch verabschieden können.

Vernebelter Blick gen Tal.

Wir packen unsere Rucksäcke, suchen im Schuhraum unsere Schuhe zusammen und können um 8 Uhr unseren Talabstieg beginnen. Inzwischen hat sich das Wetter weiter verschlechtert. Regnen tut es zwar zum Glück nicht, aber die Wolken reichen inzwischen bis zur Hütte hinunter. Um so verwunderlicher, dass doch einige ihr Tagesprogramm in Angriff nehmen wollen und Richtung Heilbronner Weg oder sonst wohin aufbrechen. Mit etwas wackeligen Beinen beginne ich den Abstieg und merke, dass mir der Alkohol schon noch zusetzt. In einem Bogen umrunden wir den Sperrbach-Tobel zur anderen Talseite hin und steigen talwärts ab. Hier und da überholen wir andere Wanderer, unter anderem unsere Zimmergenossen, die sich in der letzten Nacht auch fleißig im Schnarchen geübt haben.

Im Mittelteil der Strecke müssen wir ein Stück über die Schneebrücken, die sich über dem Wasser aufgebaut haben, absteigen, was ich irgendwie anders in Erinnerung habe. Unter Umständen sind bei den schweren Unwettern im Frühsommer ganze Wegteile im wahrsten Sinne des Wortes den Berg hinab gespült worden. Schließlich geht es aber wieder auf dem normalen Weg weiter, der dann weiter unten über eine Holzbrücke den Bach überquert. Hier unten ist die Sicht auch wieder gut, da wir uns längst unterhalb der Wolkengrenze befinden. In Serpentinen geht es durch den Wald teils steil bergab, bis wir abermals den Bach queren müssen. Inzwischen ist auch der Talausgang in Sichtweite, lange dauert es nicht mehr, bis wir den Gasthof Spielmannsau erreichen werden. Nach anderthalbstündigem Abstieg haben wir die letzten Kehren genommen und den Talboden erreicht. Noch ein paar hundert Meter geht es über die Fahrstraße das Trettachtal talauswärts und um 9:30 Uhr sind wir an der Spielmannsau. Wir reservieren uns zwei Plätze im nächsten nach Oberstdorf fahrenden Kleinbus und stärken uns mit einer leckeren Milch. Nach etwa halbstündiger Pause werden wir nach Oberstdorf gefahren. Kaum zu glauben, dass ich die ganzen Kilometer bis Oberstdorf vor drei Jahren nach meinem Marsch auf den Großen Krottenkopf dann auch noch zu Fuß zurück gelatscht bin. Aber die Warterei hatte mir damals wohl doch zu lange gedauert. In Oberstdorf angekommen, machen wir uns mit zwei anderen Männern, die wir an der Spielmannsau kennen gelernt haben, auf den Weg zum Parkplatz. Wieder am Wagen ziehen wir uns rasch um und machen uns auch gleich auf den Rückweg. Gegen 17 Uhr sind wir wieder in Mönchengladbach. Abends falle ich doch recht müde ins Bett und bin froh, dass mir diese schöne Tour noch diesen Sommer gelungen ist.

(c) Thomas Mitterer

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